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Kultur

Rituale der Ernährung: Neue Erkenntnisse über die Bindung zwischen Ureinwohnern und Dingoen

Archäologische Funde in New South Wales beleuchten jahrtausendealte Beziehungen und kulturelle Praktiken

Die Entdeckung einer Jahrtausende alten Dingo-Bestattungsstätte im westlichen New South Wales lieferte neue Einblicke in die tiefe Verbindung zwischen den Ureinwohnern und den Hunden. An der Stätte fanden Forscher Beweise für ein „Fütterungsritual“, das archäologisch bisher unbekannt war und das die Beziehung zu den Dingoen neu beleuchtete.

Die Dingo wurde entlang der Baaka, oder des Darling-Flusses, im Nationalpark Kinchega bei den Menindee Lakes begraben. Radiokarbondatierungen zeigten, dass das Tier zwischen 916 und 963 Jahren begraben wurde. Die Barkindji-Gemeinschaft pflegte die Grube anschließend über fünfhundert Jahre hinweg, indem sie Muschelschalen hinzufügten.

Wissenschaftler stellten fest, dass die Praxis, die Stätte mit Schalen zu füttern, in der gesamten Weltarchäologie noch nie beobachtet worden war. Die Ältesten der Barkindji schlugen vor, dass kontinuierliche Ergänzungen der Grube ein „Fütterungsritual“ bildeten, welches über mehrere Generationen hinweg aufrechterhalten wurde.

Die leitende Forscherin, Dr. Amy Way, erklärte, dass die Bedeutung dieser Arbeit darin lag, dass die Grube zur Zeit der Bestattung geschaffen wurde. Dies zeigte, dass die Bestattung des Dingo in diese Landschaft integriert wurde. Way betonte zudem, dass die Verletzungen des Tieres, die auf Jagd mit Kängurus hindeuteten, sowie die Pflege, die es erhielt, die Fürsorge der Gemeinschaft für dieses Tier dokumentierten.

Ein Barkindji-Verwalter beschrieb die Praxis des kontinuierlichen Hinzufügens von Schalen zur Schalengrube als eine Methode, die Verbindung und Respekt vor den Vorfahren zu wahren. Die Dingoen dienten bis zur Kolonisation als Begleittiere, und obwohl sie in der Region ausgerottet wurden, blieb das Tier kulturell bedeutsam und wurde von einigen Barkindji-Menschen als Totem getragen.

Die Forschung zeigte, dass die Praktiken der Dingo-Bestattung nördlich und westlich entlang des Baaka-Systems weiter ausgedehnt waren, als zuvor dokumentiert. Eine Naturschutzbiologin bemerkte, dass die Funde verdeutlichten, wie wichtig Dingoen für die Ureinwohner waren und in ihrem täglichen Leben sowie als Begleiter geführt wurden. Sie forderte eine Diskussion darüber, wie Dingoen im Landschaftsmanagement behandelt werden sollten, um sowohl ihren ökologischen als auch ihren kulturellen Wert zu würdigen.

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