Der US-Außenminister Marco Rubio äußerte sich am Montag zu einem möglichen Abkommen mit dem Iran. Er nannte die Verhandlungen mit iranischen Gesprächspartnern eine „ziemlich solide Angelegenheit“ und deutete an, dass ein Abkommen, das den Krieg zwischen den beiden Staaten beenden sollte, am Montag erreicht werden könnte. Rubio betonte, dass die Gespräche noch ein fortlaufender Arbeitsprozess blieben. Er verwies auf eine „ziemlich solide Grundlage“ hinsichtlich der Fähigkeit, die wichtigen Wasserstraßen zu öffnen, insbesondere die Hormuz-Straße. Diese Wasserstraße, durch die zwanzig Prozent des weltweiten Öls und Erdgas flossen, war von dem Iran blockiert worden.
Das mutmaßliche Abkommen umfasste eine Verlängerung des Waffenstillstands um sechzig Tage sowie einen Plan für weitere Verhandlungen über Irans nukleares Programm. Die Nachricht löste auf den Märkten eine Reaktion aus: Die Ölpreise fielen scharf, während die asiatischen Aktienmärkte auf Hoffnungen auf eine Einigung stiegen. Rubio warnte jedoch vor überzogenen Interpretationen und betonte, dass es Zeit benötigte, um eine Rückmeldung aus Teheran zu erhalten.
US-Nachrichtenagenturen berichteten, dass die US-Geheimdienste davon ausgingen, dass der oberste Führer des Iran, der bei einem israelischen Schlag am ersten Tag des Konflikts verletzt worden war, an einem nicht näher genannten Ort verborgen blieb. Diese Lage erschwerte die Kommunikation mit den iranischen Gesandten und verzögerte somit den Fortschritt der Gespräche mit den Vereinigten Staaten. Der iranische Außenminister Esmail Baghaei erklärte am Wochenende, dass beide Seiten „sehr nah und sehr weit“ von einer Einigung entfernt seien.
Dem mutmaßlichen Abkommen zufolge stellte sich keine endgültige Lösung auf. Einige der komplexesten Punkte blieben für spätere Verhandlungen offen. Dazu gehörten die genaue Tragweite und der Zeitpunkt der Entlastung von Sanktionen, die Freigabe eingefrorener iranischer Gelder sowie Washingtons Forderungen, dass der Iran seine nuklearen Ambitionen dämpfte. Die Berichte über das Abkommen spalteten auch die republikanische Seite der Vereinigten Staaten. Senator Ted Cruz bezeichnete es als „eine katastrophale Fehlentscheidung“, während Senator Roger Wicker argumentierte, dass ein sechzigtägiger Waffenstillstand „alles zunichtemachen würde, was durch Operation Epic Fury erreicht worden war“. Senator Lindsey Graham kritisierte jede Einigung, die den Iran als dominante Macht in der Region erscheinen ließe.
Die Ausgangslage des Konflikts entstand nach Angriffen der USA und Israels auf den Iran am 28. Februar, welche den Konflikt im Nahen Osten entfachten und dazu führten, dass der Iran die Hormuz-Straße effektiv verschloss. Die Verhandlungen blieben somit von erheblichen politischen und strategischen Hürden geprägt, die eine schnelle Lösung verhinderten.