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Wissenschaft

Hitze drängt: Rumänien schloss Kernkraftwerk wegen Niedrigwasser am Donau

Extrem niedrige Wasserstände zwangen Rumänien zur Stilllegung seiner einzigen Kernanlage

Rumänien schloss seine einzige Kernkraftanlage Cernavodă aufgrund extremer Niedrigwasserstände der Donau. Diese Wasserknappheit, verursacht durch anhaltend heiße Wetterbedingungen, beeinträchtigte die Kühlfähigkeit der Reaktoren erheblich. Die Anlage, die etwa zwanzig Prozent der rumänischen Stromerzeugung lieferte, sah sich gezwungen, den Betrieb einzustellen. Eine Wiederinbetriebnahme innerhalb der nächsten zehn Tage erschien den Betreibern nicht möglich.

Die Behörden versuchten zuvor, den Wasserfluss zur Anlage zu erhöhen, indem sie Lastkähne mit Felsbrocken in den Fluss absenkten. Dennoch blieben die Wasserstände auf einem Niveau, das die notwendige Wasserzufuhr für die Kühlung unmöglich machte. Die Stilllegung des ersten Reaktors erfolgte bereits im Juli, und der zweite Reaktor wurde kurz vor Mittag am Donnerstag vom rumänischen Stromnetz getrennt.

In der benachbarten Ungarn wurde bisher auf eine Stilllegung seiner einzigen Kernanlage in Paks verzichtet, welche ebenfalls die Donau zur Kühlung nutzte. Die Wasserstände in diesem zweitlängsten Fluss Europas lagen seit dreißig Jahren auf den niedrigsten Pegeln in mehreren Ländern. Plantenbeamte erklärten, dass die Wasserstände so tief waren, dass die Wasseraufnahmedüsen die notwendige Menge Wasser nicht erreichen konnten.

Diese Ereignisse verdeutlichten die zunehmende Belastung durch den Klimawandel. Der Kontinent erlebte eine doppelt so schnelle Erwärmung wie der globale Durchschnitt, was zu intensiveren Hitzewellen und einer stärkeren Belastung der europäischen Wasserressourcen führte. Weitere europäische Wasserstraßen, wie der Rhein, litten ebenfalls unter Niedrigwasser, was den Verkehr stark einschränkte.

Die Folgen der Hitze und der Dürre erstreckten sich über die gesamte Region. Die Landwirtschaft erlitt erhebliche Schäden, und Experten prognostizierten, dass klimabedingte Schäden in Italien und Frankreich Milliardenbeträge erreichen würden. Die extreme Hitze stellte somit nicht nur die Energieversorgung, sondern auch die wirtschaftliche Stabilität der Europäischen Union in Frage.

KlimawandelEnergiepolitikDonauKernkraft

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