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Russische Drohnen zielten auf Sanitäter in der Ukraine

Gesundheitswesen wird systematisch angegriffen; WHO registrierte Tausende von Angriffen

Eine Sanitäterin in der Ukraine erlebte eine direkte Bedrohung durch russische Drohnen. Im Juni des Vorjahres wurde die Paramedizin in Cherson besetzt, als eine FPV-Drohne in ihre Krankenwagen stieß. Die Sanitäterin Inna Lytvynenko erinnerte sich, dass sie in Panik geriet und sofort davonlief, da sie wusste, dass sie sterben würde, wenn sie innehalten würde. Nach zehn Minuten Verfolgung entging ihr die Drohne, doch die Angriffe auf medizinische Fahrzeuge setzten fort. Mehrere Fahrzeuge versuchten, die Verletzte ins Krankenhaus zu bringen, bevor ein drittes Polizeifahrzeug die Patientin schließlich aus dem Gefahrenbereich befreite.

Die Angriffe auf Krankenhäuser und Krankenwagen in der Ukraine nahmen stetig zu. Gemäss den internationalen Regeln des Krieges, den Genfer Konventionen, mussten diese Einrichtungen von allen Konfliktparteien geschützt werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) registrierte seit Beginn der russischen Invasion im Februar 2022 3.118 Angriffe auf das Gesundheitswesen. Diese Zahlen zeigten einen Anstieg: Im Jahr 2024 stieg die Zahl der Angriffe um 30 Prozent, und das Trend setzte sich fort.

Berichte von Organisationen wie Doctors Without Borders belegten, dass Russland medizinische Einrichtungen systematisch und oft gezielt angriff. Die Häufigkeit der Angriffe deutete darauf hin, dass es sich nicht um zufällige Folgen grosser Offensiven handelte, sondern um ein anhaltendes Merkmal des Krieges. Ein Krankenhaus in Cherson erlitt beispielsweise im letzten Monat einen Angriff russischer Raketen, der das Gebäude beschädigte und einen Arzt tötete. Die Krankenhausdirektorin Olena Tymoshenko erklärte, dass es sich um einen gezielten Angriff handelte, da drei Raketen innerhalb weniger Minuten auf das Gebäude trafen.

Militärstrategien, wie die sogenannte „Doppel-Tapping“-Taktik, wurden ebenfalls angewandt. Viele Experten glaubten, dass der zweite Angriff gezielt auf Ersthelfer abzielte, die am Tatort der ersten Attacke eintrafen, um Überlebende zu retten. Zudem zielten russische Streitkräfte zunehmend auf Lagerhallen humanitärer Organisationen. Im letzten Monat wurden Lager von UN-Agenturen, einschliesslich der WHO, durch Luftangriffe beschädigt. Die Organisationen teilten ihre Standorte mit Moskau und Kiew, um sie vor Angriffen zu schützen.

FPV-Drohnenangriffe galten als absichtlich. Ein Drohnenpilot konnte das Ziel in der Live-Übertragung sehen, weshalb die Angriffe auf Krankenwagen zwangsläufig beabsichtigt waren. Die WHO schätzte, dass Angriffe auf Krankenwagen zwanzig Prozent aller Angriffe auf das Gesundheitssystem ausmachten, was auf eine kalkulierte Strategie hindeutete. Diese anhaltenden Angriffe führten dazu, dass die Zivilbevölkerung nahe der Front zunehmend von medizinischer Versorgung abgeschnitten wurde. Mobile Kliniken mussten ihre Tätigkeiten daher weiter von der Frontlinie entfernen, da die Gefahrenzone der Drohnenangriffe wuchs.

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