Eine russische Familie sah sich in Finnland mit der Abschiebung konfrontiert. Nikita und Olga Belov wurden nach wiederholter Ablehnung ihres Asylantrags deportiert. Die Ablehnung erfolgte trotz der Androhung von Verhaftung, Haft und möglicher Folter wegen ihrer Unterstützung für die ukrainische Sache.
Nikita, ein 25-jähriger Ingenieur, verließ seinen Arbeitsplatz in Moskau, als er erkannte, dass seine Tätigkeit mit dem Kriegseinsatz verbunden war. Er berichtete, dass sein Vorgesetzter ihn vor Verhaftung oder einer Entsendung an die Front warnte. Nach der Erkenntnis der unmittelbaren Gefahr beschloss die Familie, die russische Heimat zu verlassen.
Bei ihrer Ankunft in Finnland sprachen Nikita und seine Mutter, Olga, eine Ärztin, offen für die Ukraine. Sie leisteten ehrenamtliche Hilfe in ukrainischen Zentren und unterstützten humanitäre Bemühungen. Dennoch teilte die finnische Einwanderungsbehörde ihnen mit, dass sie bei Rückkehr nach Russland „kein reales Risiko“ bestanden. Im April wurden sie von finnischen Behörden zur Abschiebung festgehalten, bevor sie nach richterlicher Intervention freigelassen wurden.
Die Belov-Affäre verdeutlichte, dass viele Russen in Nachbarländern wie Finnland Asyl verweigert sahen. Rechtsexperten beurteilten, dass die zukünftigen Risiken und die Menschenrechte dieser Antragsteller nicht ausreichend bewertet worden waren. Die finnische Behörde berichtete, dass die Situation jedes Antragstellers individuell geprüft wurde, wobei politische Meinungen als Grundlage für Verfolgung dienen konnten.
Die Situation unterstrich die Schwierigkeiten, Schutz in Finnland zu erlangen. Ein Anwalt warnte davor, dass die berufliche Vergangenheit von Nikita ihn ebenfalls gefährdete. Er betonte, dass die jüngsten Änderungen an den Grenzkontrollen und Verfahren die Erlangung des Flüchtlingsstatus noch erschwerten. Kritiker bezeichneten den Fall als einen entscheidenden Test für das europäische Engagement zum Schutz von Personen, die sich gegen den Krieg stellten.