Eine Drohnenfabrik in Kiew wurde am Freitag durch eine russische ballistische Rakete zerstört. Die Fabrik gehörte einem in Delaware registrierten US-Unternehmen, was auf den ersten Kenntnisstand hindeutete, dass Moskau im Konflikt ein US-Unternehmen gezielt angriff. Terminal Autonomy entwickelte präzise „Deep-Strike“-Drohnen mit Führungssystemen, welche gegen russische Störsignale resistent waren. Diese Technologie umfasste die „Terminal Autonomie“, bei der eine künstliche Intelligenz die Kontrolle über die Waffe übernahm, sobald die Verteidigungskraft Funkwellen oder Mobilfunkdienste störte.
Die Firma Terminal Autonomy erklärte auf Anfrage keine Stellungnahme. Auch das ukrainische Verteidigungsministerium antwortete auf eine E-Mail nicht. Ein ehemaliger hochrangiger US-Nachrichtendienstbeamter, Anthony Vinci, äußerte sich zur Zielwahl. Er betonte, dass die russischen Akteure die Eigentümerschaft der Produktionsstätte nicht beachteten. Vinci erklärte, dass die Fabrik selbst ein Ziel blieb, unabhängig davon, ob sie amerikanisch oder von jemand anderem besessen wurde.
Vinci vermutete, dass die russischen Streitkräfte eine solche Produktionsstätte gezielt anstrebten, falls dort amerikanische Systeme oder Patriot-Raketen hergestellt wurden. Dies bezog sich auf frühere Diskussionen, in denen Donald Trump die Lizenzierung der Herstellung von Patriot-Raketen für die Ukraine thematisierte. Die russische Nachrichtenagentur Tass berichtete über den Angriff am Sonntag und erwähnte, dass Spezialisten aus einem ukrainisch-amerikanischen Unternehmen dort gearbeitet hatten. Die Berichterstattung enthüllte nicht, dass ein amerikanisches Unternehmen die Fabrik besaß.
Die Fabrik produzierte Drohnen der Modelle AQ-400 Scythe und AQ-100 Bayonet. Quellen, die mit dem Unternehmen vertraut waren, bestätigten, dass bei dem Angriff niemand getötet wurde. Der Vorfall verdeutlichte die zunehmende Risikobereitschaft Moskaus, amerikanische Wirtschaftsstrukturen im Rahmen des Krieges zu inszenieren.