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Russischer Angriff auf Odesa: Drei Tote bei Bombenangriffen

Ukraine reagierte mit Gegenangriffen; EU-Präsidentin besuchte Kiew

Drei Personen starben infolge eines Überflugs des Schwarzen Meereshafens Odesa durch russische Angriffe, berichtete ein lokaler Beamter. Der Gouverneur der Odesa-Region, Oleh Kiper, bezeichnete den „massiven“ Drohnen- und Raketenangriff als den fünften Tag, an dem Russland die Region angriff. Die russische Verteidigungsministerin erklärte, sie habe gezielt Infrastruktur des Hafens ins Visier genommen, welche für den Entladung von Öl, Rohöl und Schmierstoffen genutzt wurde.

Kiper beschuldigte Russland zudem, die Zivilbevölkerung sowie industrielle und Hafeninfrastruktur in der Gegend absichtlich angegriffen zu haben. Er berichtete, dass Einwohner getötet und verletzt wurden, als eine russische Rakete ein mehrstöckiges Wohngebäude traf. Darüber hinaus wurde ein nicht-wohngebäude sowie eine Gaspipeline getroffen. Russland behauptete in seiner Erklärung, Orte ins Visier genommen zu haben, die für die Herstellung militärischer Ausrüstung und den Transport von Gütern dienten.

Die Angriffe Russlands zielten auf die Tiefwasserhäfen der Ukraine im breiteren Odesa-Gebiet, welche einen Großteil des Getreides und anderer Güter des Landes handhabten und für die Kriegsökonomie von zentraler Bedeutung waren. Gleichzeitig antwortete die Ukraine mit Gegenangriffen und traf zwanzig russische Schiffe im Schwarzen Meer. Diese Aktionen folgten intensiven Angriffen auf russische Schiffe im Azow-See, der zwischen der Krim und der östlichen Küste der Ukraine sowie Russland lag. Die ukrainischen Angriffe zwangen Russland, den Weltmarktführer für Getreide, den Schiffsverkehr im Azow-See einzuschränken, da diese Route etwa ein Viertel seiner Getreideexporte umfasste, so berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.

Während die Angriffe anduhrten, versuchte die Ukraine, sich in einer turbulenten politischen Lage zurechtzufinden. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Premierminister Yulia Svyrydenko nach weniger als einem Jahr nach seiner Amtszeit abgesetzt. Ein Antrag auf die Annahme der Resignation Svyrydenkos wurde am Dienstag im ukrainischen Parlament verabschiedet, obwohl einige Abgeordnete hinterfragten, ob der Grund für die Veränderung erklärt worden war. Serhiy Koretskyi, der Leiter der staatlichen Öl- und Gasfirma Naftogaz, galt als möglicher Nachfolger für Svyrydenko, und das Parlament sollte die Ernennung am Donnerstag entscheiden.

Am Mittwochmorgen traf Ursula von der Leyen in Kiew ein und schrieb in sozialen Medien, es sei ein „besonderer Moment“ und ihre elfte Besichtigung des Landes seit dem Beginn der umfassenden Invasion der Ukraine im Jahr 2022. Sie erklärte, die neuen Initiativen, die sie ankündigen sollte, erlaubten beiden Seiten, „mehr und schneller“ zu produzieren und zu handeln.

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