Bei einem russischen Raketen- und Drohnenangriff auf die Ukraine starben acht Menschen. Darunter waren sechs Zivilisten, darunter ein sechsjähriges Mädchen sowie zwei Jungen im Alter von 11 und 17 Jahren. Lokale Behörden berichteten über die Zerstörung oder Beschädigung zahlreicher „normaler Wohngebäude, ziviler Unternehmen und Infrastrukturanlagen“ durch den Angriff. Der Angriff erfolgte in der Nacht und zeigte die massive Intensität der russischen Operationen gegen das ukrainische Territorium.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, dass Russland über 70 Raketen und mehr als 280 Drohnen gegen das Land verschleudert hatte. Die schlimmste Attacke fand in der Nähe der Heimatstadt von Selenskyj, Kryvyi Rih, statt. Die Rakete traf ein Wohnhaus, in dem eine große Familie lebte, welches laut den Verteidigungskräften durch den Einschlag „zerstört“ wurde. Zusätzlich wurden acht weitere Personen verletzt, darunter eine 84-jährige Frau, und zwei Kinder wurden lebend aus den Trümmern geborgen.
Die militärische Aktion erfolgte in einer Phase, in der die Ukraine auf eine weitere russische Offensive vorbereitet war. Selenskyj warnte kurz vor den Angriffen davor, dass Moskau einen „massiven Angriff“ plant. Diese Eskalation verstärkte die Notwendigkeit, die Verteidigungsfähigkeiten zu stärken. Die Ukraine forderte wiederholt die Unterstützung bei der Bereitstellung von Luftverteidigungssystemen, da diese entscheidend für den Schutz der Bevölkerung seien.
Parallel zu den Angriffen ereignete sich eine grenzüberschreitende Situation mit Polen. Der polnische Premierminister Donald Tusk vermutete, dass ein Objekt, das in den frühen Morgenstunden des Donnerstagmorgens in einem Feld in Ostpolen abstürzte, eine russische Rakete gewesen war. Der ukrainische Außenminister Andriy Sybiha hatte zuvor berichtet, dass eine russische Kh-101-Cruise-Rakete in Polen überflogen sei und somit das Nato-Luftraumgebiet verletzt habe. Die polnischen Streitkräfte mobilisierten Bereitschafts-Kampfflugzeuge, nachdem sie mindestens Dutzend Raketen über Westukraine detektiert hatten, die eine Bedrohung für das polnische Luftraumgebiet darstellen konnten.
Die Ermittlungen zur genauen Herkunft der Rakete blieben offen. Der polnische Premierminister betonte, dass alle Anzeichen auf eine russische Kh-101-Ballistikrakete hindeuteten, jedoch die genaue Art der Rakete und der Verursacher noch nicht mit hundertprozentiger Sicherheit festgestellt werden konnte. Die Ereignisse unterstrichen die anhaltende Bedrohungslage und die komplexe geopolitische Dynamik im Kontext des Konflikts.