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Politik

Russischer Bischof nach Drogenverdacht in Tschechien freigelassen

Polizei ließ Bischof Hilarion nach Funden von Stoffen freigeben; Moskau bezeichnete die Verhaftung als politische Provokation

Die tschechische Polizei ließ einen russischen orthodoxen Bischof nach Verdacht auf Drogenbesitz freigeben. Der Bischof, auch bekannt unter seinem weltlichen Namen Grigory Alfeyev, wurde am Sonntag in Karlovy Vary, einer Kurstadt im westlichen Tschechien, angehalten. Beamte entdeckten im Kofferraum seines Wagens Behälter mit einer weißen Substanz.

In einer Erklärung, die am Dienstag veröffentlicht wurde, erklärte Hilarion, dass forensische Tests die Substanz als verbotenen Drogenstoff bestätigten. Er betonte jedoch, dass er in eine Falle gelockt worden sei. In seinem Beitrag auf Telegram stellte er die zentrale Frage, wie diese Gegenstände überhaupt in das Fahrzeug gelangt waren.

Die tschechische nationale Suchbehörde teilte mit, dass das Fahrzeug des Bischofs nach einer anonymen Meldung angehalten worden war, die den Transport von narkotischen und psychotropen Substanzen vermutete. Russland bezeichnete die Verhaftung als eine „vorsätzliche, orchestrierte Provokation“.

Die russische Orthodoxe Kirche nannte den Vorfall ein „klassisches Setup“. Die russische Außenministerin reagierte daraufhin, indem sie den Botschafter Tschechiens in Moskau, Jan Ondřejka, rief, um formell gegen die Inhaftierung zu protestieren. Hilarion hatte zuvor die Abteilung für kirchliche Beziehungen nach außen geleitet und fungierte somit als Außenminister der Kirche.

Hilarion hatte in den Jahren zuvor an Einfluss verloren. Er war einst ein enger Vertrauter des Patriarchen Kirill und ein Verbündeter Wladimir Putins. Nach der Invasion in der Ukraine im Februar 2022 hatte er jedoch weder den Krieg öffentlich unterstützt noch verurteilt. Kurz darauf wurde er degradiert und nach draußen versetzt.

Im Dezember 2024 entfernte der Synod der russischen Orthodoxen Kirche Hilarion aus der Verwaltung des Budapester-Ungarischen Bistums, nachdem ein jüngerer Mitarbeiter ihn wegen sexueller Belästigung beschuldigt hatte – Vorwürfe, die er bestritt. Zudem erlitt er Kritik wegen seines angeblich extravaganten Lebensstils, einschließlich Yachtfahrten und Skifahrten, sowie wegen Berichten über den Besitz einer Immobilie nahe Budapest. Hilarion erklärte, er habe sein Leben und seine Vermögenswerte durch Lizenzgebühren aus Büchern und Filmen finanziert.

Schließlich wurde Hilarion in die Kirche der Heiligen Petrus und Paul in Karlovy Vary versetzt.

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