Ein russischer Schlag traf heute ein Fußballstadion in Odessa und verletzte mindestens eine Person. Die Beschussung traf das 34.000-Sitzplätze Chornomorets-Stadion. Laut dem Staatlichen Notfalldienst der Ukraine zerstörte die Artillerie das Dach, die Fenster und die Tribünen. Ein 29-jähriges Opfer erlitt Splitterverletzungen, wie der Regionalgouverneur von Odessa, Oleh Kiper, berichtete.
Der Angriff erfolgte einen Tag vor einem Spiel der ukrainischen Premier-Liga zwischen Chornomorets und Kolos. Es gab noch keine offizielle Mitteilung, ob das Spiel verschoben oder abgesagt wurde. Diese Ereignisse fanden inmitten der anhaltenden Kriegsführung statt, als Kiew eine weitere Attacke auf den russischen Online-Händler Wildberries startete. Diese Aktion bildete Teil einer dreiwöchigen Kampagne, die darauf abzielte, den Krieg in die Alltagssituation der russischen Bevölkerung zu tragen.
Seit dem 18. Juli wurden mindestens zwanzig Wildberries-Lagerstätten angegriffen. Satellitenbilder zeigten, dass ein Fünftel der Lagerfläche des Unternehmens zerstört oder beschädigt wurde. Die Zerstörung betraf über eine Milliarde Quadratmeter Lagerraum und störte das riesige Logistiknetzwerk des größten Landes der Welt. Die Angriffe dienten dem Zweck, die Kosten für den Konflikt für Moskau zu erhöhen.
Parallel dazu führten russische Truppen in der Region um Kiew zu weiteren Verlusten. Eine Quelle berichtete, dass drei Personen bei Angriffen in der Region um die Hauptstadt getötet wurden. Zudem wurden weitere Personen verletzt. In der Hauptstadt selbst meldete die Bürgermeisterin Vitali Klitschko Brände in zwei Bezirken, nachdem ein Luftangriffsbefehl erlassen worden war. Berichten zufolge hörten Zeugen mächtige Explosionen, die das Zentrum der Stadt erschütterten.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte konkrete Ergebnisse bei der Entwicklung eines europäischen gegen ballistische Raketen verteidigungssystems. Er erklärte, dass die Ukraine ihre Raketen- und Launcher-Produktion beherrschte und Partner die notwendigen Komponenten lieferten. Selenskyj betonte, dass die Ukraine diese Entwicklung schnell vorantreiben müsse, um konkrete Ergebnisse bis 2026 oder 2027 zu erzielen. Er bestätigte zudem, dass die Tests des eigenen Raketenprogramms ein „starkes Potenzial“ zeigten und das Ziel sei, es in eine „echte Waffe“ umzuwandeln.