Die Ölknappheit, die Russland erfasste, zeigte sich deutlich in der Hauptstadt Moskau. An nahezu jeder Tankstelle bildeten sich Warteschlangen von Autos und Lastwagen. Wo keine Schlange bestand, bedeutete dies, dass die Tankstellen vollständig leer waren und geschlossen blieben. Die Behörden konnten es nicht gewährleisten, dass die Muscoviter ausreichend Benzin und Diesel zur Verfügung bekamen. Die Stimmung in den Warteschlangen war frustriert, doch die Bürger äußerten die Notwendigkeit einer Reorganisation der Ölverteilung.
Die Situation galt als äußerst schlecht, da die Preise stiegen, während die Lagerbestände sanken. Ein Beobachter beklagte, dass die Menschen Stunden damit verbrachten, um Kraftstoff zu tanken, und äußerte Zweifel an der zukünftigen Versorgungssicherheit. In Russland erlaubte man Kritik am Präsidenten oder am Kreml nicht öffentlich. Viele Bürger empfanden eine Mischung aus Verzweiflung und Resignation angesichts der Lage.
Gleichzeitig nahmen die militärischen Angriffe auf russisches Territorium zu. Ukrainische Drohnen und Raketen zielten auf Ölraffinerien und verdunkelten den Himmel über Moskau und Sankt Petersburg. Diese militärischen Spannungen verschärften die innenpolitische Belastung. Die Einschränkungen der Internetverbindungen und die Engpässe bei den Energievorräten verstärkten die allgemeine Anspannung.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise wurden zunehmend sichtbar. Experten sahen in der Ölkrise einen möglichen Wendepunkt für das Wirtschaftswachstum in Russland. Die Kosten des Konflikts stiegen, und die Aussicht auf eine anhaltende Krise dimmte die Wachstumsaussichten für den Rest des Jahres. Umfragen zeigten zudem eine sinkende Zustimmung zu Putin, was auf eine allgemeine wirtschaftliche Pessimismus hindeutete.
Ob diese wirtschaftliche Notlage politischen Druck auf den Kreml ausüben konnte, blieb unklar. Experten äußerten die Befürchtung, dass Putin nicht seinen Kurs ändern würde. Er zeigte sich bereit, aggressiver und repressiver zu handeln, wenn er mehr Druck empfand. Die russische Seite bekräftigte ihre strategische Initiative in der Sonderoperation und forderte Analysen zur Beteiligung europäischer Verbündeter. Die Frage blieb offen, ob die Eskalation der Kriegsführung weitergehen würde.