Russland führte eine Welle ballistischer Raketenangriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew durch. Offizielle Stellen berichteten, dass diese Angriffe eine Person töteten und mindestens vierzehn Personen verwundeten. Mehrere Gebiete der Region erlitten über Nacht Schäden durch die Angriffe. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete den Vorfall als einen der massivsten Raketenangriffe auf Kiew seit Beginn der umfassenden Invasion Russlands.
Die ukrainische Armee meldete, dass die Luftverteidigung achtzehn der einhundertvierundvierzig Raketen abfielen ließen. Zudem konnten die Systeme einhundertachtundachtzig Drohnen abfangen. Gleichzeitig setzte die Ukraine ihre Angriffe auf russische Ziele fort. Drohnen trafen zwei russische Öltanker im Schwarzen Meer, wie die ukrainische Armee mitteilte.
Das Caspian Pipeline Consortium, welches den Kaspischen Öltransport nach Novorossiysk, einem russischen Hafen im Schwarzen Meer, sicherte, berichtete, dass sein Terminal getroffen worden war. Es gab jedoch keine Verletzungen oder Ölverschmutzungen. Separat berichtete der Gouverneur der südwestlichen Region Stavropol über einen Drohnenangriff, der zu einem Brand in einem Industriegebiet führte.
Die jüngsten Angriffe auf Kiew betrafen eine Reihe russischer Waffensysteme, darunter Iskander- und Hyperschall-Zircon-Raketen sowie einhundertfünfundzwanzig Drohnen. Der Bürgermeister von Kiew, Vitaliy Klitschko, erklärte, dass sowohl Wohn- als auch nicht-öffentliche Gebäude in den jüngsten Angriffen beschädigt wurden, darunter ein Supermarkt und ein Wohnheim. Feuerwehrleute bekämpften Brände in zwei Lagerhäusern.
Selenskyj äußerte sich in einer Nachricht auf Telegram und berichtete, dass Russland in der vergangenen Woche etwa eintausendvierhundertfünfzig Angriffsdrohnen, über eine tausendsechhundertvierundsechzig gestützte Sprengbomben und neunundneunzig Raketen verschiedener Arten gegen die Ukraine eingesetzt hatte. Die Angriffe folgten dem Vorfall, als die Ukraine Drohnen entsandte, um zwei Lagerhäuser des größten russischen Online-Händlers Wildberries zu zerstören, was acht Todesopfer und große Brände verursachte.
Die Ukraine intensivierte zudem ihre Langstrecken-Drohnenangriffe auf russische kritische Energieinfrastruktur, wodurch weitreichende Engpässe bei Treibstofflieferungen entstanden. Anfang des Monats teilte Kiew mit, dass fast vierunddreißig Prozent der russischen Raffineriekapazität dadurch „deaktiviert“ wurden. Die Ukraine betrachtete russische Öl- und Gasanlagen als legitime Ziele, da Moskau stark auf den Export fossiler Brennstoffe angewiesen war, um seine umfassende Invasion, die im Februar zweitausendzwanzig begann, zu finanzieren.