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Politik

Russland und Ukraine werfen gegenseitig Verstöße gegen Waffenstillstände vor

Militärberichte zeigen massive Verletzungen; Diplomatie stagniert

Russland und Ukraine haben sich gegenseitig vorgeworfen, vereinbarte Waffenstillstände, die zur Feier des Sieges über Nazi-Deutschland erklärt wurden, verletzt zu haben. Das russische Verteidigungsministerium berichtete über über tausend Verstöße in der Konfliktzone, während die Hauptstadt Moskau erklärte, sie sei seit Beginn des Waffenstillstands bereits durch Drohnen angegriffen worden. Gleichzeitig behauptete die ukrainische Seite, dass Russland seine Angriffe auf seine Stellungen auch nach dem Waffenstillstand fortgesetzt habe.

Die Verhandlungen über eine Waffenruhe waren angespannt, als der russische Präsident Wladimir Putin einen Waffenstillstand für den Zeitraum vom 8. bis 9. Mai vor den Feierlichkeiten zum Tag des Sieges ankündigte. Kiew hingegen hatte bereits eine unbestimmte Waffenruhe ab dem 6. Mai gefordert. Moskau warnte Ukraine davor, den Parade am Roten Platz anzugreifen, und drohte bei einem Angriff auf die Hauptstadt mit einem „vergeltenden, massiven Raketenangriff“. Für den russischen Hauptstadtbereich wurden zudem Einschränkungen des mobilen Internets angekündigt, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Die militärischen Berichte beider Seiten zeigten eine hohe Intensität der Feindseligkeiten. Das russische Verteidigungsministerium meldete 1.365 Verstöße gegen den Waffenstillstand, darunter 153 Artilleriebeschuss und 887 Drohnenangriffe in der Konfliktzone. Die ukrainische Seite berichtete über mehr als 140 Angriffe auf ihre Positionen sowie über über 850 Drohnenangriffe in den ersten Stunden der Waffenruhe. Dies deutete darauf hin, dass keine simulierten Versuche der russischen Seite zur Einstellung der Kämpfe vorlagen.

Auf diplomatischer Ebene blieb die Lage angespannt. Der Präsident des Europäischen Rates äußerte die Möglichkeit einer Verhandlung zwischen der Europäischen Union und Russland über das Ende des Krieges und betonte die Notwendigkeit, die Sicherheitsarchitektur Europas neu zu gestalten. Das Kreml antwortete zwar, dass Russland bereit für den Dialog sei, versicherte jedoch, dass es solche Kontakte nicht selbst initiieren werde. Die Vermittlung durch die Vereinigten Staaten blieb bislang erfolglos, was die Besorgnis über eine Eskalation verstärkte.

Parallel zu den militärischen Auseinandersetzungen kämpften ukrainische Notfallkräfte gegen ein großes Waldbrandgebiet in der Sperrzone von Tschernobyl. Starke Winde und Trockenheit erschwerten die Eindämmung des Feuers, obwohl die Behörden versicherten, dass die Strahlung im Bereich des Brandes innerhalb der normalen Grenzen blieb.

RusslandUkraineWaffenstillstandKonfliktDrohnenangriffe

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