Russland und Ukraine tukerten am heutigen Tag gegenseitige Anschuldigungen bezüglich der Verletzung ihrer unterschiedlichen Vorschläge für einen Waffenstillstand vor dem Siegertag in Moskau. Während die Hauptstadt die Feierlichkeiten vorbereitete, äußerte das Kreml Besorgnis über eine mögliche ukrainische Gegenaktion. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, dass die russische Seite keinerlei Versuch eines Waffenstillstands unternehmen habe, und kündigte an, dass Ukraine heute mit Gegenmaßnahmen reagieren würde, um ihre Positionen und das Leben ihrer Bevölkerung zu verteidigen.
Russland hingegen forderte einen kürzeren, künstlichen Waffenstillstand, um die Feierlichkeiten zu schützen, eine Forderung, die Kiew nie akzeptiert hatte. Moskau versprach, auf jegliche ukrainische Angriffe „symmetrisch“ zu reagieren. Diese Dynamik unterstreicht die zentrale Rolle des Siegertages in der russischen Identitätsvision von Wladimir Putin und der Intensivierung der Nutzung dieses jährlichen Ereignisses zur Rechtfertigung des aktuellen Krieges.
Parallel dazu intensivierten die diplomatischen Bemühungen in Kiew. Präsident Selenskyj berichtete über substanzielle Gespräche mit den Vereinigten Staaten und betonte die Hoffnung, durch die Einberufung von US-Gesandten im Frühling und Sommer die Diplomatie wiederzubeleben. Die Diskussionen umfassten zudem humanitäre Fragen, wie den Austausch von Kriegsgefangenen, sowie die Verfeinerung von Sicherheitsgarantien.
Auf der Ebene der Außenpolitik fanden zudem wichtige Treffen statt. Der US-Außenminister Marco Rubio traf sich mit dem italienischen Premierminister Giorgia Meloni, um die Beziehungen zu reparieren, die durch die Spannungen bezüglich des Iran belastet waren. Diese Begegnung erfolgte inmitten einer angespannten Beziehung zwischen den Vereinigten Staaten und Italien, insbesondere angesichts der unterschiedlichen Haltungen zur Situation im Iran.
In der nationalen Politik wurde zudem eine politische Neubesetzung bestätigt: Der ehemalige Präsident Rumen Radev wurde als neuer Premierminister Bulgariens bestätigt. Seine Amtsübernahme erfolgte auf Hintergrund von Kritik an Verteidigungsabkommen zwischen Bulgarien und Ukraine sowie der Haltung an Sofia, Waffen an Kiew zu senden.