Ryanair änderte ihre Familien-Sitzplatzrichtlinie, um Eltern die Möglichkeit zu geben, neben ihren Kindern ohne zusätzliche Gebühr zu sitzen. Diese Anpassung erfolgte nach einer Untersuchung, die die Einhaltung der Verbraucherrechte prüfte. Mit der neuen Regelung durften Erwachsene, die mit Kindern reisten und kein reserviertes Sitzticket erworben hatten, nach dem Einchecken eine kostenlose Sitzplatzzuweisung erhalten. Ryanair erklärte, diese Vorgehensweise entsprach den Standards anderer europäischer Fluggesellschaften.
Der Fluggesellschaftsleiter Michael O’Leary äußerte sich widerwillig zur Änderung und betonte, dass die langjährige Richtlinie den Gesetzen entsprach und den Familien Sicherheit gewährte. Die Entscheidung erfolgte im Kontext einer Prüfung durch die Wettbewerbs- und Marktbehörde. Die Behörde untersuchte, ob die Sitzplatzpolitik unfair nach Verbraucherrecht war. Sie prüfte, ob die Vorgehensweise der Fluggesellschaft die Pflichten zur Gewährleistung der Kindersicherheit und der Berücksichtigung von Behinderungen gemäß den Luftfahrtvorschriften erfüllte.
Im alten System zahlten Erwachsene, die mit Kindern reisten, eine reservierte Sitzgebühr und konnten für bis zu vier Kinder kostenfrei Sitzplätze daneben wählen. Dies führte zu einer Gebühr von acht Euro pro Strecke, wie die Behörde bei ihrer Untersuchung im vergangenen Monat feststellte. Andere Fluggesellschaften boten entweder an, Kinder kostenfrei neben einem Elternteil oder Erziehungsberechtigten zu platzieren, oder sie wiesen Sitzplätze automatisch bei der Buchung zu.
Ryanair betonte, dass die frühere Regelung den Familien Planungssicherheit verschafft hatte. Die kostenlosen Elternsitze seien nun im hinteren Teil des Flugzeugs verfügbar gewesen, da die vorderen Reihen in der Regel reserviert blieben. Die Änderung trat am Donnerstag in Kraft, und die Fluggesellschaft erwartete, dass diese Anpassung keinen Einfluss auf ihre Einnahmen hatte.
Ein Sprecher der Wettbewerbs- und Marktbehörde bestätigte, dass Ryanair die Einhaltung der Gesetze nun nachweisen müsse. Er betonte jedoch, dass die Untersuchung fortgesetzt würde. Er stellte klar, dass die Prüfung nicht die Tatsache änderte, dass Familien für „obligatorische Familienplätze“ gezahlt hatten. Eine Verbraucherschutzorganisation, die die Sitzplatzpolitik von Ryanair zuvor hervorgehoben hatte, äußerte sich kritisch und merkte an, dass Ryanair nicht zur Meldung dieser „unbegründeten Gebühren“ an die Behörde gezwungen worden sei.
Der Herausgeber Which? Travel bemerkte, dass Ryanair offenbar verärgert war, in die korrekte Vorgehensweise hineingezogen zu werden. Die Publikation würde die Auswirkungen dieser Politik und die Frage überwachen, ob alle Eltern in den kommenden Monaten ohne Kosten neben ihren Kindern sitzen konnten.