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Wirtschaft

Ryanair sieht minimale Sorgen bezüglich Treibstoff, warnt vor zukünftigen Preissteigerungen

Alternative Quellen existierten, doch die Unsicherheit blieb ein Risiko für die Reisebranche

Ryanair äußerte nahezu keine Bedenken hinsichtlich der Jet-Treibstoffversorgung in diesem Sommer. Die Fluggesellschaft warnte jedoch davor, dass Reisende, die ihre Flüge erst später buchten, mit höheren Tarifen rechnen mussten. Der Chef-Executive Michael O’Leary erklärte, dass Europa nun zahlreiche alternative Quellen für Jet-Treibstoff gefunden habe. Er betonte, dass die Herausforderung weiterhin der Preis sei, obwohl die Sorgen um die Versorgung durch den Konflikt im Iran und die Einschränkungen im Hormus-Strait vorbestanden. 12 Monate lang ein anhaltender Konflikt könnte jedoch Fluggesellschaften mit geringer Absicherung zum Scheitern bringen. O’Leary äußerte die Befürchtung, dass eine Fortsetzung des Konflikts zu Fluggesellschaften in Europa führen würde, die wenig abgesichert waren.

Die Reisebranche erlebte im Sommer Besorgnis über die Jet-Treibstoffversorgung, da der Schiffsverkehr durch den Hormus-Strait weiterhin eingeschränkt blieb. Ryanair versicherte, dass Europa dank Lieferungen aus Westafrika, Norwegen und Amerika gut mit Treibstoff versorgt sei. Obwohl die Fluggesellschaft 80 Prozent ihrer Treibstoffbedarfe bis April 2027 abgesichert hatte, prognostizierte sie eine Steigerung der Stückkosten um etwa fünf Prozent, falls die Treibstoffpreise höher blieben. Neil Sorahan, der Finanzvorstand von Ryanair, zeigte sich zunehmend zuversichtlich, dass im Sommer keine Lieferengpässe auftraten.

Die Flugpreise sanken in den letzten Wochen aufgrund der Unsicherheit bezüglich des Nahostkonflikts. Es wurde erwartet, dass die Preise in den drei Monaten bis Juni um einen mittleren einstelligen Prozentsatz fallen würden. Sorahan erklärte, dass die Nachfrage zwar stark blieb, die Buchungen jedoch länger hinauszogen, wodurch die Sichtbarkeit für die Monate Juli bis September fehlte. Er merkte an, dass nahestehende Buchungen stark waren, aber späte Buchungen höhere Tarife nach sich ziehen konnten.

Dan Coatsworth, Leiter der Märkte bei AJ Bell, bemerkte, dass der Markt zu fragil sei, um Preiserhöhungen als Reaktion auf steigende Kosten durchzuführen. Er erklärte, dass Fluggesellschaften und Reiseunternehmen gezwungen seien, die Preise zu senken oder sie zumindest auf einem Niveau zu halten, um die Nachfrage aufrechtzuerhalten. Ryanair meldete für das Geschäftsjahr endend im März einen Rekordgewinn von 2,26 Milliarden Euro. Dennoch suspendierte die Gesellschaft die Prognosen für das Geschäftsjahr 2027, da potenzielle Erhöhungen bei Treibstoff, Umweltsteuern und Lohnkosten berücksichtigt werden mussten. Zudem prognostizierte das Unternehmen eine Steigerung der EU-Umweltsteuern um 300 Millionen Euro in diesem Jahr auf etwa 1,4 Milliarden Euro, was den europäischen Luftverkehr noch weniger wettbewerbsfähig machte.

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