Eine massive Luftmasse aus der Sahara senkte sich über die Iberische Halbinsel und breitete sich in Süd- und Westfrankreich aus. Dies führte dazu, dass die Temperaturen weit in die niedrigen und mittleren Dreißiger Grad stiegen. Bis zur Mitte der Woche erwartete man, dass die heiße Luft nordostwärts über Europa vordrang. Am Freitag prognostizierten die Modelle Höchsttemperaturen in mehreren Ländern, darunter Deutschland, Italien und die Tschechische Republik, im mittleren Dreißiger Grad. Diese Werte lagen neun bis dreizehn Grad über dem neunzehnneunzig- bis zweitausendzwanzigjährigen Klimaschnitt.
Auch das Vereinigte Königreich entging der Hitze nicht vollständig. Vorhersagemodelle zeigten, dass gelegentliche warme Luftschleier am Donnerstag und Freitag aus dem Kontinent nach Norden drangen und die Temperaturen in Süd- und Ostengland in die mittleren bis hohen Zwanziger Grad trieben. Nach bis zu fünf aufeinanderfolgenden Tagen im Bereich der mittleren Dreißiger Grad, was in einigen Gebieten die Definition einer Hitzewelle erfüllte, sollte die Hitze für die meisten Regionen Anfang nächster Woche nachlassen.
Europa war nicht die einzige Region, die überdurchschnittliche Temperaturen erlebte. Teile Australiens erlebten ihren milden Beginn des Winters fortgesetzt. Ein langsam bewegendes Tiefdruckgebiet südlich von Südaustralien zog warme Nordwinde über die östliche Hälfte des Landes und brachte stürmische Bedingungen mit. In Melbourne wurden Temperaturen für Dienstag und Mittwoch auf die hohen Zwanziger Grad prognostiziert, etwa drei bis vier Grad über dem Durchschnitt.
Die nächtlichen Temperaturen zeigten ebenfalls eine Abweichung vom Normalwert und näherten sich den mittleren Zwanzigern, typischerweise fünf bis sechs Grad über dem Durchschnitt. Dieses Muster galt als wiederkehrend für den australischen Winter. Das nationale Wetteramt verband dieses Phänomen mit sich entwickelnden El Niño-Bedingungen im Pazifischen Ozean, welche in der Regel wärmere Tagestemperaturen für weite Teile des Landes brachten.