Salzburg verhängte ein Sommerverbot für Besucher, die mit dem Auto in das historische Zentrum fuhren. Die Behörden in der viertgrößten Gemeinde Österreichs führten diese Politik ein, die auf Modellen anderer europäischer Städte mit übermäßiger Besucherfrequenz basierte.
Die Verwaltung erklärte, dass die Beschränkungen für Juli und August darauf abzielten, die Anzahl der Fahrzeugzufahrten täglich um tausend zu reduzieren. Im Rahmen dieser Verkehrsberuhigungsaktion boten Park-and-Ride-Anlagen Tageskarten an, welche die Nutzung des lokalen öffentlichen Nahverkehrs für fünf Personen um einen Preis von sieben Euro fünfzig ermöglichten.
Der Bürgermeister Bernhard Auinger kündigte die Maßnahme im Mai an und betonte, dass das Ziel die Entlastung der Anwohner und des Geschäftsverkehrs sei. Er erklärte, dass die Regelung auf Tagesausflügler abzielte, die mit dem Auto aus weiter entfernten Regionen anreisten. Auinger betonte zudem, dass die Besucher von Attraktionen wie der Geburtsstätte Mozarts und der barocken Kathedrale ebenfalls von der Politik profitierten.
Die Stadt reagierte auf wachsende Beschwerden der Bewohner bezüglich des Verkehrs während der Sommermonate. Der Bürgermeister äußerte sich offen und erklärte, dass die Stadt den Touristen grundsätzlich den Zugang zu ihrem Zentrum verwehrt habe. Polizeibeamte verhängten Bußgelder von bis zu achtzig Euro gegen Fahrer, deren Kennzeichen aus außerhalb der Salzburger Region in das Altstadtgebiet in der Nähe der Staatsbrücke fuhren.
Ausnahmen wurden für Pendler, Lieferfahrzeuge, Taxifahrer sowie für Gäste von Hotels mit Buchungsbestätigung in der eingeschränkten Zone gewährt. Auch deutsche Autofahrer aus den benachbarten bayerischen Regionen Berchtesgaden und Bad Reichenhall erhielten eine Befreiung. Die Politik Salzburgs nahm Vorbilder aus italienischen Städten wie Rom und Florenz sowie ein Verbot in Dubrovnik, Kroatien, als Vorbild für die Bewältigung touristischer Überlastung.
Salzburg, dessen historisches Zentrum ein UNESCO-Weltkulturerbe ist, verzeichnete über einhundertfünfzigtausend Einwohner und registrierte jährlich mehr als drei Millionen Übernachtungen. Die jüngsten Feierlichkeiten zum sechzigjährigen Jubiläum des Films „The Sound of Music“ hatten einen zusätzlichen Ansturm von Touristen ausgelöst.