Der spanische Premierminister Pedro Sánchez sah sich Kritik ausgesetzt, nachdem er während einer Reise nach Lanzarote eine neue Spotify-Playlist veröffentlicht hatte. Die Musikwahl entfaltete eine deutliche Diskrepanz zur aktuellen Lage in Spanien, die von zwei akuten Krisen geprägt war: anhaltende Waldbrände und die Migrationskrise in Ceuta.
Sánchez präsentierte die Playlist auf Instagram und versprach den Zuschauern eine Auswahl von Liedern, die er in diesem Sommer hörte. Er wählte dabei Künstler wie den spanischen Rapper Quevedo, Charli xcx und Melani, sowie Werke von Joyce Manor und Placebo. Diese Auswahl erfolgte jedoch inmitten einer Zeit, in der die Nation von den Folgen der Naturkatastrophen und der politischen Spannungen betroffen war.
Kritiker bemängelten den Ton der Aktion. Sie argumentierten, dass die Veröffentlichung einer musikalischen Auswahl angesichts der dramatischen Ereignisse unpassend war. Die Waldbrände hatten bereits Zehntausende von Hektar Land vernichtet und Tausende von Menschen aus ihren Wohnstätten vertrieben. Gleichzeitig tobte die Migrationskrise in Ceuta, wo etwa 50.000 Migranten versuchten, illegal in das nordafrikanische Territorium Spaniens einzudringen.
Ein Nutzer äußerte den Eindruck, dass die Musik nicht zur Realität passte. Er betonte, dass die eigentliche Stimmung Spaniens nicht die Musik sei, sondern die Sirenen der Brände und die Sorge um Familien. Eine andere Kritik richtete sich gegen die Projektion des Bildes eines gescheiterten Staates, während die Regierung diese Playlist veröffentlichte.
Die Playlist enthielt Songs, die bereits eine Woche zuvor hinzugefügt worden waren, bevor die jüngste Krise eskalierte. In dieser Zeit versuchten etwa 50.000 Menschen, über die Grenze nach Ceuta zu strömen. Mindestens 72 Menschen starben in diesem Zuge, was Alarm in der gesamten Europäischen Union auslöste. Spanische Behörden berichteten, dass über 48.000 Personen innerhalb von 48 Stunden nach Marokko zurückkehrten.