Das saudische Staatsölunternehmen Saudi Aramco meldete im ersten Quartal einen deutlichen Gewinnanstieg. Die Gewinne stiegen um 26 Prozent, was auf eine robuste finanzielle Lage hindeutet. Diese Entwicklung erfolgte auch unter schwierigen geopolitischen Bedingungen, da die Infrastruktur des Unternehmens durch Angriffe und Exportstopps an den Golfhäfen beeinträchtigt wurde.
Die Stärke des Unternehmens resultierte maßgeblich aus der Funktion seiner Ost-West-Rohrleitung. Diese Leitung ermöglichte es Aramco, Millionen Barrel Öl aus dem Golf zu transportieren und somit eine wichtige Versorgungsader zu bleiben. Der Vorstandsvorsitzende Amin Nasser betonte, dass diese Leitung eine entscheidende Rolle bei der Milderung globaler Energieschocks spielte und Kunden entlastete, die durch die Einschränkungen im Hormus-Kanal betroffen waren.
Der Hormus-Kanal, durch den etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gaslieferungen fließt, war seit dem Beginn des Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran im Februar geschlossen. Diese Blockade führte zu einem Anstieg der globalen Energiepreise, wobei der internationale Referenzpreis für Rohöl, Brent, etwa 40 Prozent höher notiert war. Nasser warnte davor, dass die anhaltende Sperrung des Kanals eine Katastrophe für die globalen Energiemärkte darstellen würde.
Der CEO prognostizierte, dass die Marktdynamik erst nach einer gewissen Zeit normalisiert würde. Er erklärte, dass die Ölmärkte erst dann wieder im Gleichgewicht wären, wenn der Handel durch den Kanal sofort wieder aufgenommen würde, jedoch erst nach einigen Monaten. Sollte die Handelsflussdämpfung jedoch über einige Wochen andauern, erwartete man, dass die Versorgungsstörung bis 2027 andauern würde.
Saudi Aramco kündigte zudem die Beibehaltung seiner vierteljährlichen Dividende in Höhe von 21,9 Milliarden Dollar an. Diese Ausschüttungen sind für die Finanzierung der inländischen Ausgaben der saudischen Regierung von großer Bedeutung. Das Unternehmen, das in Dschahran, Saudi-Arabien, seinen Sitz hat, beschäftigt weltweit über 76.000 Mitarbeiter und stellt somit eine zentrale Rolle in der globalen Energieproduktion dar.