FaktenBlitz
RSS
Zurück zur Übersicht
Politik

Regime finanziert Film über Drogenbekämpfung in Saudi-Arabien

Australischer Regisseur Phillip Noyce arbeitet an einem Drama, das die Sicherheitskräfte des Staates darstellt.

Der australische Regisseur Phillip Noyce arbeitet für das saudische Regime an einem Spielfilm, der die Sicherheitsbeamten zur Bekämpfung von Drogen als Helden darstellt. Der Film mit dem Titel „Die wachsamen Augen“ basiert auf einem tatsächlichen Fall aus dem saudischen Innenministerium im Bereich der Drogenbekämpfung. Die Produktion soll eine dramatische Darstellung des „Heldencharakters der Sicherheitskräfte“ bieten und deren Bemühungen gegen Kriminalität weltweit präsentieren. Filming für das Werk begann im Dezember in Saudi-Arabien und die Veröffentlichung ist für dieses Jahr geplant.

Die saudischen Behörden führten im vergangenen Jahr 356 Personen zur Rechenschaft, wovon 243 für Drogenfälle zuständig waren. Analysten sehen in der steigenden Zahl der Verurteilungen einen direkten Zusammenhang mit der sogenannten „Kriegsführung gegen Drogen“ im Königreich. Diese Entwicklung unterstreicht die staatliche Priorität auf die Bekämpfung des Drogenhandels. Regisseur Noyce äußerte sich offen über die Möglichkeit, die Erzählung zu beeinflussen, wobei er angab, dass die Geschichte aus der Perspektive des Hauptdetektivs erzählt wurde.

Die Finanzierung des Films erfolgte durch ein saudisches Unterhaltungsunternehmen, das vom Staatsfonds der Vereinigten Arabischen Emirate unterstützt wird. Dieses Unternehmen zielt darauf ab, die lokale Filmindustrie zu fördern und Saudi-Arabien zu einem globalen Produktionsstandort zu machen. Diese Strategie dient dem langfristigen Ziel der Vision 2030, die wirtschaftliche Diversifizierung des Landes und die Reduzierung der Abhängigkeit vom Oel zu erreichen.

Kritiker äußerten Bedenken hinsichtlich der ethischen Implikationen einer solchen Zusammenarbeit. Forscher von Menschenrechtsorganisationen befürchten, dass solche narrativen Darstellungen dazu dienen, die Menschenrechtsbilanz des Regimes zu verschleiern. Sie argumentieren, dass die Nutzung von Kunst und Film zur Darstellung einer toleranten Regierung eine Form der kulturellen Aufwertung darstellt, um brutale Menschenrechtsverletzungen zu legitimieren.

Die Produktion wird von offizieller Seite als ein „massives Projekt“ und ein „großes saudisches Epos“ beschrieben. Trotz der Kritik betont Noyce, dass er die Möglichkeit hatte, die Geschichte in eine anti-drogenbezogene Botschaft umzuschreiben. Die Debatte um die Rolle von Medien und Kunst bei der Verdeckung von staatlichen Gewaltakte bleibt im Fokus der internationalen Beobachter.

Saudi-ArabienMenschenrechteDrogenbekämpfungFilmproduktion

Teilen

𝕏 Twitter WhatsApp