Vier Frauen und zwei Männer starben bei einer Schießerei in einem Jugendhilfseinrichtung in Norddeutschland, berichtete die Polizei. Das Verbrechen ereignete sich am Montagnachmittag in Stade, einer Stadt nahe der Hafenstadt Hamburg. Die Opfer, die Mitarbeiter des Schutzraums, wurden alle im Gebäude erschossen. Fünf Personen starben vor Ort, eine sechste verstarb im Krankenhaus. Die Behörden äußerten die Möglichkeit, dass die Todeszahlen noch ansteigen würden.
Die Polizei sperrte den Tatort ein, eine gepflasterte, baumbestandene Straße mit Backsteinhäusern. Sachverständige und zivile Beamte befanden sich an der Szene. Zunächst riet die Polizei die Anwohner, den Bereich zu meiden, informierte jedoch später, dass für die allgemeine Bevölkerung keine Gefahr bestand. Die Ermittler untersuchten die Umstände des Vorfalls eingehend.
Ein Polizeisprecher teilte mit, dass der mutmaßliche Schütze ein 45-jähriger Mann mit türkischen Wurzeln und deutscher Staatsangehörigkeit war. Es wurde bekannt, dass dieser Mann im Zusammenhang mit einem Sorgerechtsstreit um seine dreimonatige Tochter in Verzug geraten war. Die Ermittler gingen davon aus, dass es sich nicht um einen Fall von Femizid oder einen politischen Hintergrund handelte, sondern um eine erweiterte Familienkatastrophe.
Informationen, die die Sicherheitskräfte erhielten, deuteten darauf hin, dass der Vorfall unwahrscheinlich ein terroristischer oder politischer Akt gewesen sei. Vielmehr stand ein privater Streit im Zentrum der Tragödie. Zeugen berichteten, dass ein junger Mann und eine Frau versuchten, die Szene mit einem Auto zu verlassen, bevor sie von der Polizei gestoppt wurden. Die Beamten feuerten mindestens fünfzehn Schüsse auf einen silbernen Mercedes ab, nachdem dieser die Warnungen zum Anhalten missachtet hatte. Die Bilder zeigten, wie eine Person aus dem Fahrersitz auf die Straße fiel, während ein weiterer bewaffneter Beamter den Passagier auf dem Grasstreifen versorgte.
Die Stadtverwaltung äußerte ihr tiefes Beileid und dankte den Polizeibeamten für ihre Bemühungen in dieser chaotischen Situation. Die Behörde betonte die Tragödie und ihre Hinterbliebenen. Massenmorde waren in Deutschland relativ selten, insbesondere im Vergleich zu den Vereinigten Staaten. Dennoch gab es in jüngster Zeit hochkarätige Fälle, wie beispielsweise die Tötung von sechs Menschen durch einen Schützen in Hamburg im Jahr 2023 oder die Tötung von neun Menschen durch einen 18-jährigen Mann in München im Jahr 2016.