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Wissenschaft

Schmelze der Schweizer Gletscher: Kipppunkt erreicht

Hitzewelle und geringer Schneefall beschleunigten den Verlust von Eis in den Alpen

Die Schweizer Gletscher verloren aufgrund einer Hitzewelle einen enormen Eisanteil. Laut Matthias Huss, Leiter der Gletscherüberwachung Glamos, schmolzen die Schneemassen, die im letzten Winter auf den Gletschern der Schweiz angesammelt worden waren, bis Montag vollständig ab. Dies markierte die alarmierende zweite früheste Erreichung des sogenannten Kipppunkts des Gletscherschwunds in der Geschichte. Weitere Schmelze bis Oktober würde die Dimensionen der Gletscher in den Schweizer Alpen weiter verkleinern.

Der Kipppunkt, der im Durchschnitt Mitte August erreicht wurde, stellte bereits eine ernste Nachricht für die Gletscher dar, die in einem erschreckenden Tempo schrumpften. Die aktuelle Hitzewelle sowie der Mangel an Schneefall in den vorherigen Wintern trieben dieses Szenario voran. Huss berichtete, dass er enorme Ablations- und Schmelzraten über die gesamten Alpen beobachtete. Er erklärte, dass die Situation drei Monate früher als ein gesundes Gleichgewicht erreicht wurde.

Die Gletscher spielten eine zentrale Rolle für die Wasserversorgung wichtiger europäischer Flüsse wie dem Rhein und der Rhône. Huss stellte fest, dass in den zehn Tagen seit seinem letzten Besuch ein Meter Eis in vertikaler Richtung geschmolzen war. Höhere Temperaturen, selbst bei 35 oder 40 Grad Celsius, beschleunigten den Verlust des Eises unaufhaltsam. Die schlechte Lage der Gletscher resultierte aus einer Kombination von Umständen, darunter geringerer Schneefall und die Ankunft von Sahara-Staub im März.

Das Jahr 2026 erwies sich als überraschend ähnlich dem Jahr 2022, welches für die Gletscher die extremste Zeit darstellte, in der die Schmelzraten alles veränderten. Dieses Jahr verzeichnete eine um 25 Prozent geringere Schneeregenossung auf den Gletschern im Vergleich zu den Daten von 2010 bis 20. Zudem schmolz die Schneedecke früher ab.

Die Volumina der Schweizer Gletscher verkümmerten zwischen 2000 und 2024 um 38 Prozent. Huss betonte, dass die Schweiz in den letzten fünfzig Jahren bereits 1200 Gletscher verloren hatte und nun nur noch 1300 übrig blieben. Sollte die Erwärmung in diesem Tempo fortgesetzt werden, blieben bis zum Jahr 2100 nur noch geringe Überreste des Eises übrig.

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