Eine Gruppe von Wissenschaftlern verglich die Laufgeschwindigkeiten von über zweihundertfünfzig Spinnenspezies weltweit. Im Fokus stand die Braun-Huntsman-Spinne, deren Name Heteropoda jugulans, als eine der schnellsten Arten der bekannten Welt identifiziert wurde. Die Forscher stellten fest, dass diese Spinne eine Spitzengeschwindigkeit von 3,59 Metern pro Sekunde erreichte, was einer Geschwindigkeit von 13 Kilometern pro Stunde entsprach. Diese Leistung übertraf die bisherige Weltrekordhalterin, die Morokkanische Flic-Flac-Spinne, deren Geschwindigkeit deutlich geringer lag.
Die Analyse umfasste Proben aus London, Greifswald sowie aus Nordamerika, Südeuropa und Australien. Die Geschwindigkeitsmessungen erfolgten mithilfe von Kameras und Rasterpapier als Laufbahn. Die Forschung lieferte tiefgreifende Einblicke in die Fortbewegungsmechanismen von Spinnentieren. Es wurde festgestellt, dass Spinnen nicht allein durch Muskelkraft bewegt wurden, sondern eine Kombination aus Muskeln und hydraulischem Druck zur Bewegung ihrer Gliedmaßen einsetzten. Diese Art der Fortbewegung unterschied sich fundamental von der Bewegung anderer Tierarten.
Ein zentrales Ergebnis der Studie betraf die Beziehung zwischen Körpermasse und Laufgeschwindigkeit. Die Wissenschaftler identifizierten einen sogenannten „Sweet Spot“ zwischen der Länge der Gliedmaßen und der Gesamtmasse des Tieres. Sie stellten fest, dass nach einem bestimmten Massengrenzwert die Geschwindigkeit aufgrund mechanischer Einschränkungen in der Muskelfysiologie sank. Dies zeigte, dass die Geschwindigkeit nicht linear mit der Größe zunahm.
Dr. Jonas Wolff, einer der leitenden Autoren der Forschung, bemerkte, dass die Braun-Huntsman-Arten möglicherweise nahe an diesem optimalen Bereich für die Geschwindigkeit lagen. Er räumte ein, dass noch weitere Huntsman-Arten existierten, die noch nicht untersucht worden waren. Dennoch lieferte die Untersuchung eine wichtige Grundlage für das Verständnis, wie Spinnen mit ihrer Umgebung interagierten und welche ökologische Nische sie besetzten. Die Ergebnisse zeigten, dass die Laufgeschwindigkeit entscheidend für die Verbreitung und das Überleben der Tiere war.