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Wirtschaft

Schuldenlasten übersteigen Bildungsbudgets in Entwicklungsländern

UN-Studie zeigte, wie Kürzungen der Entwicklungshilfe Bildungssysteme gefährdeten

Entwicklungsstaaten verbrachten mehr Geld für die Bedienung ausländischer Schulden als für Bildung. Laut einer Untersuchung der Vereinten Nationen (UN) verzeichneten die meisten Entwicklungsländer im Jahr 2025 höhere Ausgaben für die Schuldentilgung als für Bildung. Gleichzeitig prognostizierte die UN, dass die globale Finanzhilfe für Bildung um bis zu 30 Prozent zurückgehen würde.

Die Forschung der UN-Agentur für Kultur und Bildung, Unesco, zeigte, dass in 113 Entwicklungsländern mehr Geld für die Schuldendienstleistungen aufgewendet wurde als für Bildung. Insbesondere in Subsahara-Afrika verbrachten die Länder dreieinhalb Mal mehr Geld für die Schulden als für Bildung. Diese Entwicklung wurde durch Kürzungen der Finanzmittel verschärft. Länder mit niedrigem und niedrigem mittlerem Einkommen verloren bereits 21 Prozent der Bildungshilfe, die sie im Jahr 2023 erhielten, und konnten bis 2027 bis zu 30 Prozent verlieren.

Min Jeong Kim, Direktor der Bildungsabteilung der Unesco, äußerte die Besorgnis über die aktuellen Vorgehensweisen. Er erklärte, dass diese Ansätze die Länder in einem Kreislauf aus Sparmaßnahmen, Unterinvestitionen und stagnierender Entwicklung festhielten. Diese Situation schwächte die Positionen der Länder hinsichtlich des Wirtschaftswachstums, untergrub die Mobilisierung der innerstaatlichen Einnahmen und minderte letztlich ihre Fähigkeit, ihre Schulden langfristig zu bewältigen.

Die Belastung durch Schulden stieg durch eine Reihe von Schocks, darunter die Covid-Pandemie, Energiepreise, steigende Zinsen und Klimakatastrophen. Diese Entwicklungen führten in den am stärksten betroffenen Ländern zu Kürzungen bei den Ausgaben für wesentliche Dienstleistungen wie Gesundheit und Bildung. Die Kombination aus Kürzungen der Entwicklungshilfe durch die Vereinigten Staaten und Europa, die 2024 bereits 600 Millionen Dollar an Bildungsgeldern einsparen, und der Umleitung öffentlicher Ausgaben zur Schuldentilgung, führte zu erheblichen Störungen der Bildungssysteme. Schulen erhielten oft nicht genügend Mittel zur Funktionsfähigkeit, und Lehrkräfte wurden nicht bezahlt.

Langfristig bestand die Sorge, dass geschwächte Bildungssysteme die Fähigkeit der verschuldeten Länder zur Entwicklung ihrer Wirtschaft beeinträchtigten und sie weniger gut ausrüsteten, um zukünftige Schuldenlasten zu bewältigen. Die Unesco forderte eine grundlegende Änderung der Struktur der Schuldenerleichterung. Es musste von kurzfristigen Hilfsprogrammen auf langfristige Regelungen umgestellt werden, die es den Ländern erlaubten, öffentliche Dienstleistungen weiter zu finanzieren. Ein weiterer entscheidender Faktor für die Änderung der Schuldenerleichterung war die Sicherstellung, dass private Kreditgeber, oft mit Sitz in Großbritannien und den Vereinigten Staaten, nicht in der Lage waren, Vereinbarungen zu blockieren, um sich zusätzliche Gewinne zu sichern, wie es beispielsweise bei Äthiopien geschehen war. Großbritannien sollte seine Präsidentschaft bei der G20 im Jahr 2027 nutzen, um wesentliche Änderungen im Prozess der Schuldenerleichterung zu erreichen, einschließlich weiterer Schuldensenkungen und eines beschleunigten Verfahrens. Zentral war dabei die Aufnahme dieses Verfahrens in das englische Recht, damit private Gläubiger die Schuldenerleichterung nicht mehr behindern und sich zurückziehen konnten.

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