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Wissenschaft

Schlaganfälle treffen Schwarze in England doppelt so häufig wie Weiße

Forschungsergebnisse zeigen ungleiche Gesundheitsrisiken und mangelnden Zugang zur medizinischen Versorgung.

Eine umfassende Analyse von dreißig Jahren Schlaganfallfällen in Südlondon hat deutliche Ungleichheiten in der Schlaganfallprävalenz in England aufgezeigt. Die Forschungsergebnisse belegen, dass Menschen mit schwarzer Hautfarbe doppelt so häufig Schlaganfälle erleiden wie ihre weißen Altersgenossen. Darüber hinaus profitiert diese Bevölkerungsgruppe signifikant seltener von zeitnaher medizinischer Versorgung, was auf tiefgreifende gesundheitliche Disparitäten hindeutet.

Die Studie, durchgeführt von Forschern des King’s College London, beleuchtet die Entwicklung der Schlaganfallrate über einen langen Zeitraum. Besonders während Perioden steigender Schlaganfallfällen wurden die Risikofaktoren für Menschen aus afrikanischen und karibischen Gemeinschaften erheblich verstärkt. Speziell zeigten die Daten eine 131-prozentige höhere Schlaganfallhäufigkeit bei Menschen afrikanischer Abstammung und eine 100-prozentige Steigerung bei karibischer Abstammung im Vergleich zu weißen Bevölkerungsgruppen.

Neben der direkten Schlaganfallgefahr sind auch chronische Erkrankungen ein wesentlicher Risikofaktor. Menschen mit schwarzer Hautfarbe weisen eine signifikant höhere Prävalenz von Bluthochdruck auf und erkranken doppelt so häufig an Diabetes, selbst nach Berücksichtigung anderer Risikofaktoren wie dem sozioökonomischen Hintergrund. Diese erhöhten Risiken werden durch systemische Faktoren verschärft, darunter die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie, die den Zugang zur primären Gesundheitsversorgung einschränkte.

Die Forschung identifiziert zudem strukturelle Ursachen für diese gesundheitlichen Unterschiede. Faktoren wie Rassismus, unbewusste Vorurteile und schlechte Wohnverhältnisse beeinflussen den Zugang zu und die Qualität der medizinischen Behandlung. Dies führt dazu, dass Überlebende aus schwarzen Gemeinschaften eine deutlich geringere Wahrscheinlichkeit haben, eine notwendige Nachsorge durch den National Health Service zu erhalten. Zudem treten Schlaganfälle bei dieser Gruppe oft früher auf, was die zukünftige Gesundheitsentwicklung zusätzlich gefährdet.

Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer dringenden politischen Reaktion. Es ist entscheidend, dass Präventionsmaßnahmen und medizinische Unterstützung gerecht verteilt werden, um die unverhältnismäßige Belastung dieser Bevölkerungsgruppen zu mindern. Die Politik muss die Stimmen der betroffenen Gemeinschaften berücksichtigen, um sicherzustellen, dass die notwendige Unterstützung allen gleichermaßen zugänglich ist.

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