Eine tödliche Eskalation der Angriffe im Schwarzen Meer sorgte für große Besorgnis hinsichtlich steigender Lebensmittelpreise. Ein Sommer der Feindseligkeiten verstarb Seeleuten, da Russland und die Ukraine gegenseitig Schiffe und Hafeninfrastruktur angriffen. Diese Aktionen verhinderten den Export lebenswichtiger Getreideimporte und erzeugten die Befürchtung, dass der Konflikt die globalen Lebensmittelpreise weiter in die Höhe trieb.
Die Angriffe auf die Schifffahrt im Schwarzen Meer stellten das Gebiet als den gefährlichsten Ort für den kommerziellen Transport dar. Im Juli starben mehr Besatzungen in diesem Gewässer als während der gesamten Kriegszeit davor, was die Intensität des Konflikts verdeutlichte. Schätzungen des türkischen Seefahrerverbands zeigten, dass 23 Menschen infolge von Angriffen auf 35 Schiffe getötet wurden.
Russland startete zunächst Angriffe auf Hafenanlagen und Schiffe, die in ukrainischen Häfen im Schwarzen Meer verankert waren, um den Export von Getreide nach Kiew zu verhindern. Im Juli zielte Russland erneut auf die Hauptexportzentren der Ukraine, Odesa und Chornomorsk. Gleichzeitig führten ukrainische Vergeltungsangriffe zu Angriffen auf russische Schiffe, darunter Tanker, die Teil einer Flotte waren, welche Russland zur Umgehung von Sanktionen für seinen Ölexporten nutzte. Die Ukraine zielte auf Schiffe und Hafenanlagen im russischen Hafen Novorossiysk, der für Öl- und Getreideexporte von Bedeutung war.
Ein düsteres Beispiel für die Gefahr für Schiffe und deren Besatzungen zeigte sich, als ein aufgegebenes russisches Frachtschiff mit einem verbrannten Steuerhaus auf der thailändischen Küste des Schwarzen Meeres strandete. Ein anderes Schiff wurde durch einen ukrainischen Drohnenangriff nahe Novorossiysk verlassen, wodurch es auf Hunderten von Meilen trieb und nahe den Bosporus kam, einer der geschäftigsten Schifffahrtsrouten der Welt.
Analysten der maritimen Risikobehörde bemerkten, dass Handelsschiffe aufgrund der besuchten Häfen und der transportierten Güter zunehmend gefährdet waren. Die Angriffe erstreckten sich über Häfen hinaus und erhöhten das Risiko für Schiffe in einem größeren Bereich des Schwarzen Meeres. Diese prekäre maritime Lage reduzierte die Getreideexporte Russlands und der Ukraine erheblich und verstärkte die Sorge, dass die Störung die Auswirkungen anderer Lebensmittelpreisschocks verschärfte.
Russland war der weltweit größte Getreideexporteur, während die Ukraine der fünftgrößte war. Nach einer Welle ukrainischer Drohnenangriffe auf das Azow-Meer suspendierte Russland die Schifffahrt und versuchte, Getreideexporte über alternative Routen wie die Kaspischen und Baltischen Meere sowie den Pazifik umzuleiten. Dennoch wurden über 70 Prozent der Seefrachtgetreideexporte Russlands aus den Häfen des Schwarzen Meeres befördert. Die Exportkapazität Russlands sank im August auf 40 Prozent der normalen Menge, während die Ukraine nur ein Drittel des verfügbaren Getreides exportieren konnte.
Experten prognostizierten, dass die jüngste Störung der Seefrachtgetreideexporte die Preise weiter in die Höhe trieb und andere Nahrungsmittelversorgungsschocks, wie den Iran-Krieg und niedrigere europäische Getreideerträge, verschärfte. Oxford Economics prognostizierte einen Anstieg der globalen Lebensmittelpreise um fast 12 Prozent in diesem Jahr und weitere 4,8 Prozent im Jahr 2027. Obwohl viele Länder Getreidespeicher besaßen, was eine bessere Vorbereitung auf solche Schocks darstellte, war klar, dass die Lebensmittelpreise betroffen sein würden.