FaktenBlitz
RSS
Zurück zur Übersicht
Politik

Schweden interveniert in Brexit-Streit: Briten über Altersgrenzen bedroht

Abgehängte britische Bürger in Schweden: Parlamentarier kritisieren Migrationspolitik

Ein schwedischer Abgeordneter intervenierte in den umstrittenen Brexit-Streit, der die Verweisung älterer Briten aus Schweden betraf. Häkan Svenneling, ein Oppositionsabgeordneter, schrieb an das Migrationsministerium und forderte Aufklärung über die geplanten Deportationen. Der Konflikt betraf die Aufenthaltsrechte britischer Staatsbürger in Schweden nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union. Diese Maßnahmen belasteten die bilateralen Beziehungen zwischen Schweden und dem Vereinigten Königreich erheblich.

Im Zentrum der Debatte stand der Fall von Joyce Thomas, einer 78-jährigen britischen Witwe, die nach 21 Jahren Aufenthalt in Schweden vier Wochen zur Ausreise aufgefordert wurde. Thomas hatte nach dem Brexit-Abkommen eine spätere Antragstellung für den Aufenthalt vorgenommen, die jedoch die Frist verfehlte. Svenneling betonte, dass die bestehenden Aufenthaltsrechte unter dem Abkommen weiterhin gelten sollten. Er erklärte, dass es nicht beabsichtigt sei, ältere Menschen zu benachteiligen, deren Rechte durch versäumte Fristen oder Mängel in ihren Anträgen verloren gingen.

Svenneling’s parlamentarische Anfrage verstärkte den Druck auf den Premierminister Ulf Kristersson und seine Regierung. Er hob die Besorgnis über die Umsetzung des EU-UK-Abkommens in Schweden hervor. Er stellte klar, dass die aktuellen Deportationen die Beziehungen zwischen den beiden Ländern beeinträchtigten. Er führte den Fall von Thomas an, aber auch den eines anderen älteren Briten, Horace Mason, der an Demenz und Parkinson litt und auf Pflege angewiesen war. Die Behörden hatten ihm eine Ausreise angeordnet, obwohl seine Familie einen zweiten rechtlichen Weg suchte.

Die britische Auswärtige Behörde äußerte Bedenken hinsichtlich der schwedischen Vorgehensweise. Sie wies darauf hin, dass Schweden eine deutlich strengere Haltung gegenüber verspäteten Anträgen zeigte als andere EU-Mitgliedstaaten. Es erschien, dass Einzelpersonen ihre berechtigten Gründe für späte Anträge in der Praxis nicht akzeptiert bekamen. Dies führte zu der Sorge, dass die Migrationspolitik Schwedens Entscheidungen im Rahmen des Abkommens beeinträchtigte.

Die Migrationsbehörde in Schweden erklärte, dass sie keine Einzelfälle diskutieren konnte, betonte jedoch, dass das Nichtwissen über die Notwendigkeit einer Antragstellung für den Aufenthalt kein berechtigter Grund sei. Organisationen wie die Gruppe „Brits in Sweden“ kritisierten die Schutzmaßnahmen als „ungetestet“ und befürchteten, dass die restriktive Migrationspolitik Schwedens die Anwendung des EU-Rechts untergrub.

BrexitMigrationSchwedenVereinigtes KönigreichEU-Abkommen

Teilen

𝕏 Twitter WhatsApp