Die Schweiz stand vor einem entscheidenden Abstimmungstermin, an dem die Bevölkerung über einen Vorschlag zur Begrenzung der Einwohnerzahl auf zehn Millionen abstimmen sollte. Dieser Schritt entzog den politischen und gesellschaftlichen Debatten eine Antwort auf die zunehmenden Spannungen bezüglich der Migration in der alpinen Nation. Die Initiative wurde von der rechtskonservativen Schweizerischen Volkspartei als „Nachhaltigkeitsvorhaben“ präsentiert, das darauf abzielte, den Druck auf Wohnraum, öffentliche Dienstleistungen und die Umwelt zu mindern.
Gleichzeitig argumentierten die Regierung, andere politische Parteien, Wirtschaftsführer und Gewerkschaften, dass der Vorschlag zu erheblichen Nachteilen führen würde. Sie befürchteten, dass die Begrenzung der Bevölkerung Krankenhäuser und Hotels mit Personal beriebe und die hart erarbeiteten Beziehungen zur Europäischen Union beschädigte. Dies stellte die Schweiz in einer risikoreichen Lage außerhalb der EU dar.
Die Bevölkerung der Schweiz wuchs seit dem Jahr 2002 rasch an und erreichte nun neun Millionen Einwohner, wobei zwanzigfünf Prozent dieser Bevölkerung ausländische Staatsbürger waren. Viele Wähler äußerten Besorgnis hinsichtlich überfüllter Verkehrsmittel, hoher Mietpreise und steigender Gesundheitskosten. Die jüngsten Meinungsumfragen deuteten auf eine sehr enge Abstimmung hin, wobei 52 Prozent gegen den Vorschlag stimmten, während 45 Prozent ihn befürworteten und eine signifikante Zahl der Wähler noch unentschlossen blieb.
Die Debatte zeigte eine tiefe Spaltung. Während einige Politiker die Migration als Ursache für Probleme nannten, sahen andere dies als Ablenkung. Ein Vertreter der Schweizerischen Volkspartei beklagte, dass unkontrollierte Zuwanderung die Schweiz zu etwas anderem werde. Andere, wie ein Sozialdemokrat, wiesen diese Argumente als Ablenkungsmanöver zurück und betonten, dass die Renten und die Gesundheitsprämien nicht durch Migranten bestimmt wurden.
Ein zentrales Problem blieb die konkrete Umsetzung einer Bevölkerungsbegrenzung. Der Vorschlag sah vor, dass die Bevölkerung vor dem Jahr 2050 zehn Millionen nicht überschreiten durfte und die Regierung Massnahmen ergreifen sollte, sobald die Zahl neun Millionen fünf erreichte. Solche Pläne könnten die Anzahl der Asylsuchenden oder die Familienzusammenführung für ausländische Arbeitskräfte einschränken. Sollte die Obergrenze erreicht werden, müssten internationale Abkommen, die die Schweiz unterzeichnet hatte, einschliesslich der freien Personenbewegung der EU, beendet werden.
Die Wirtschaftsverbände äusserten grosse Besorgnis über die möglichen Folgen für die Beziehungen zur EU. Experten befürchteten, dass die Schweiz Schwierigkeiten in ihren Handelsbeziehungen erleben würde, da Brüssel warnte, dass Nicht-EU-Mitglieder nicht einfach die Vorteile des Binnenmarktes der EU auswählen und Verpflichtungen wie die freie Personenbewegung aushebeln konnten. Die Sorge um den Mangel an Fachkräften und den Verlust des Zugangs zu einem europäischen Pool an qualifizierten Arbeitskräften verstärkte die Besorgnis. Letztlich zeigte sich, dass die Angst vor der Isolation und die Sorge um die wirtschaftliche Stabilität die Entscheidung der Wähler beeinflussten.