Die Rückführung der australischen und neuseeländischen Passagiere, die auf dem hantavirusbefallenen Kreuzfahrtschiff befanden, gestaltete sich als eine schwierige Mission. Nach einer kurzfristigen Planänderung vollzog das Gesundheitsministerium eine komplexe Operation, um die Betroffenen in die Niederlande zu bringen. Dort begannen die Passagiere ihre Reise, bevor sie in Australien in eine strenge Quarantäne verlegt wurden.
Die Betroffenen mussten sich in den Niederlanden zunächst bis zu zwei Tage isolieren, anstatt direkt aus Teneriffa zurückzukehren. Der australische Botschafter Greg Fench empfing die Gruppe bei der Ankunft. Obwohl alle in „guter Gesundheit und relativ guter Verfassung“ waren, zeigte sich die Gefahr einer Übertragung des Hantavirus. Neu aufgetretene Fälle, darunter ein französischer Staatsbürger, der im Krankenhaus lag, zeigten, dass ein Risiko der Übertragung unter den Passagieren des Kreuzfahrtschiffes bestand.
Die Logistik dieser Rückführung erforderte sorgfältige Planung. Das Gesundheitsministerium betonte die Notwendigkeit, Flugbesatzungen zu organisieren, die nach dem Flug isolieren konnten, sowie die Einrichtung von Refueling-Arrangements zwischen den Niederlanden und Australien. Diese Vorkehrungen mussten bereitstehen, sobald die Passagiere in Australien ankamen. Die Regierung erwartete die vier Australier, einen Dauerresidenten und einen Neuseeländer, bis zum Ende der Woche zurück in ihrem Heimatland.
Die Flugorganisation sah vor, dass die Passagiere innerhalb von 24 bis 48 Stunden den Flug nach Australien antraten. Es wurde die Möglichkeit einer militärischen Maschine in Betracht gezogen, um die Flugplanung zu gewährleisten. Medizinische Fachkräfte befanden sich an Bord des Fluges, der voraussichtlich auf der RAAF Base Pearce in Perth landete. Anschließend wurden die Reisenden zu den Quarantäneeinrichtungen am Zentrum für Nationale Widerstandsfähigkeit in Bullsbrook transportiert.
Das Zentrum in Bullsbrook verfügte über Personal aus dem Zentrum für Kritische Versorgung und Trauma-Reaktion in Darwin, welches auf die Bali-Bombe-Katastrophe zurückging. Dieses Zentrum besaß umfassende Erfahrung im Umgang mit Infektionskrankheiten. Die Passagiere mussten dort für die ersten drei Wochen einer 42-tägigen Quarantäne isoliert werden. Das Gesundheitsministerium erklärte, dass diese Maßnahmen die stärkste Quarantänereaktion aller Länder darstellten, die Passagiere von diesem Kreuzfahrtschiff zurückführten.
Die Weltgesundheitsorganisation hatte eine 42-tägige Quarantäne für die Reisenden empfohlen, da das Hantavirus eine lange Inkubationszeit besaß. Das Gesundheitsministerium erklärte, dass die ergriffenen Maßnahmen sicherstellten, dass die breitere australische Gemeinschaft vor dem Risiko einer Ansteckung geschützt blieb. Das Hantavirus war zudem unter das australische Biosicherheitsgesetz gestellt, um Quarantäneanordnungen treffen zu können.