Südafrika wurde zu einem feindseligen Ort für unerlaubt eingereiste Migranten, da eine Frist für deren Ausreise durch Demonstranten näher rückte. Die Angst vor dem Verlust des Lebens prägte die Situation, als eine Gruppe von Menschen in Durban konfrontiert wurde. Esnat Joseph, eine 36-jährige malawische Frau, berichtete der BBC von der unmittelbaren Gefahr, als sie in einem informellen Siedlungsgebiet ihren Wohnsitz verließ. Sie erlebte direkte Bedrohung durch eine Gruppe von zehn Männern, die mit Waffen wie Macheten und Schlägen auftraten und ihren Ehemann angegriffen. Der Mann überlebte glücklicherweise, er befand sich jedoch im Krankenhaus.
Diese Aktionen folgten einer Reihe friedlicher Proteste, die von anti-migrantischen Gruppen wie March and March und der Oppositionspartei ActionSA angeführt wurden. Diese Organisationen setzten den 30. Juni als Enddatum für die Ausreise unerlaubt eingereister Migranten fest. Die Demonstranten riefen dabei den Zulu-Ausdruck „Mabahambe“, was „Sie müssen gehen“ bedeutet. Die Protestierenden argumentierten, dass Südafrika nicht zu einem Flüchtlingsgebiet für alle gescheiterten afrikanischer Staaten werden dürfe. Sie forderten, dass die südafrikanische Regierung das gleiche Prinzip der Priorisierung ihrer Bürger anwenden müsse.
Die Wut der Demonstranten wurzelte in den wachsenden sozialen Schwierigkeiten des Landes. Südafrika kämpfte mit einer Arbeitslosenquote von 32,7 Prozent und erlebte eine hohe Zahl von Arbeitsplatzverlusten, insbesondere unter jungen Menschen. Gleichzeitig beklagten die Protestierenden die Überlastung der öffentlichen Dienste und den Mangel an Ressourcen. Viele Migranten suchten in der wohlhabenden Wirtschaft des Kontinents nach Arbeit, riskierten jedoch ihr Leben. Die Regierung Präsident Cyril Ramaphosa warnte daraufhin, dass die Schuldzuweisung an gefährdete Menschen keine Lösung für die komplexen wirtschaftlichen Herausforderungen des Landes darstellte.
Die staatlichen Behörden reagierten auf die Lage. Ramaphosa kündigte einen Aktionsplan zur Bewältigung der irregulären Migration an. Dieser Plan umfasste die Ablehnung von Asylanträgen für Personen, die durch andere „sichere“ Länder gereist waren, sowie die Einführung von Quoten für die Naturalisierung und die Erweiterung der digitalen Identitäten für Nicht-Bürger. Zudem sollten Strafen für Arbeitgeber verhängt werden, die unerlaubten Migranten niedrig bezahlte Arbeiten anboten. Analysten bemerkten, dass diese Massnahmen darauf abzielten, Missbrauch zu verhindern, bei dem Migranten für unzumutbare Jobs eingesetzt wurden.
Videos in den sozialen Medien befeuerten die Feindseligkeit gegenüber Ausländern. Prominente Demonstranten forderten die sofortige Entfernung von Migranten, wobei sie die Notwendigkeit betonten, die Gesetze einzuhalten. Trotz der staatlichen Massnahmen blieben die Ängste tief. Migranten, die legal in Südafrika lebten, berichteten von gezielter Verfolgung. Eine Burundische Frau erklärte, sie sei trotz ihres Flüchtlingsstatus ständig verfolgt worden. Die Angst vor Gewalt und der Mangel an Respekt führten dazu, dass Menschen zögerten, öffentliche Orte aufzusuchen. Die Situation zeigte, dass die Herausforderungen der Migration tief in den sozialen und wirtschaftlichen Strukturen des Landes verwurzelt waren.