Die erzwungene Heimkehr von sechs Millionen Menschen nach Afghanistan stellte eine beispiellose humanitäre Krise dar. Tausende von Vertriebenen, die aus Pakistan und Iran nach Afghanistan deportiert wurden, mussten dort ein neues Leben beginnen. Diese Bewegung bildete eine der größten grenzüberschreitenden Bevölkerungsbewegungen der Welt. Die Situation zeigte, dass die Sicherheitsmaßnahmen der Taliban die Flucht und den Aufenthalt für viele Afghanen unmöglich machten.
Millionen von Afghanen flohen über Jahrzehnte hinweg in die Nachbarländer Pakistan und Iran, um Schutz oder Arbeit zu suchen. Seit der Machtübernahme der Taliban im August 2021 stieg die Zahl der Menschen, die aus Afghanistan flohen, kontinuierlich an. Die Nachbarstaaten reagierten auf die Lage, indem sie die Rückkehr von Afghanen, auch registrierter Personen, verhinderten. Die Vereinten Nationen und Menschenrechtsorganisationen bemerkten, dass diese Vertreibungen keine Anzeichen der Beendigung zeigten.
Die UN-Flüchtlingsagentur berichtete, dass innerhalb von knapp drei Jahren sechs Millionen Menschen nach Afghanistan zurückkehrten. Dies war eine Rückkehrbewegung in dieser Größenordnung, die in jüngster Geschichte kaum zuvor geschehen war. Viele Rückkehrer hatten Jahrzehnte ohne Afghanistan gelebt; einige waren nie zuvor in das Land gereist. Sie fanden sich in einer Umgebung aus provisorischen Unterkünften und Notunterkünften wieder, die wenig Schutz vor der Hitze boten.
Die Rückkehrer berichteten von tiefgreifender Verzweiflung. Sie besaßen keine Ressourcen, um eine Existenzgrundlage zu schaffen, und viele fanden sich in Angst und Schrecken wieder. Besonders die Situation von Frauen und Mädchen wurde durch die strengen Beschränkungen der Taliban verschärft, welche Frauen den Zugang zu Bildung und öffentlichen Leben verwehrten. Ein ehemaliger Sicherheitsbeamter äußerte seine tiefe Skepsis gegenüber der Gnadenfrist der Taliban, da viele seiner Kollegen gestorben waren.
Die finanzielle Notlage verstärkte die Belastung. Die drastischen Kürzungen der internationalen Hilfe in Afghanistan, bedingt durch Sanktionen, verschärften die Lage zusätzlich. Obwohl die pakistanische Regierung eine temporäre Ausnahme für 16.000 gefährdete Afghanen gewährte, schätzten Quellen, dass die Zahl der Menschen, die ernsthaften Schaden ausgesetzt waren, wesentlich höher lag. Der Taliban-Außenminister betonte zwar die Notwendigkeit externer Hilfe, doch die Einschränkungen für Frauen und Mädchen blieben ein zentrales Problem in den internationalen Beziehungen des Regimes.