Suchteams in Kanada starteten eine Rettungsaktion für sechs Personen, die bei dem mysteriösen Untergang eines Fischereifahrzeugs vor der Küste von Vancouver ertrunken waren. Die Polizei und Rettungskräfte lobten ein Paar, das auf ihrem Yachthafen einen entscheidenden Notruf absetzte und dadurch die eingeschlossenen Passagiere an Bord ihrer Wasserfahrzeuge retten konnte.
Die Royal Canadian Mounted Police (RCMP) informierte, dass ihr Unterwasserteam die Suche nach dem Schiff vorbereitete. Es wurde vermutet, dass das Boot zehn Personen transportierte, bevor es in die Tiefen des Georgia-Stroms stürzte, wo Süßwasser auf das Meer traf und dadurch gefährliche Überlebensbedingungen herrschten. Zwei Überlebende, ein Mann von 33 Jahren und eine Frau von 28 Jahren, befanden sich in kritischem Zustand, während zwei weitere Personen aus dem Krankenhaus entlassen wurden.
Details über den genauen Verlauf des Unglücks blieben vage. Das Boot, das aus der Gemeinde Steveston ablegte, sank am Sonntagmittag. Die Behörden gaben an, dass keiner der Passagiere Schwimmwesten trug und kein Notruf vom Charter-Boot erfolgte. Stephen Adam, Operationsmanager bei der Royal Canadian Marine Search and Rescue, beschrieb den Vorfall als „bizarren“, da das Boot so schnell sank und keine Signalgebung erfolgte. Er verfügte über keine Angaben zur Art des Schiffes, zum Ausflug oder zum Ursprung.
Als die Rettungsteams eintrafen, war das Boot bereits versunken. Angesichts der Geschwindigkeit des Untergangs und des fehlenden Notrufs leitete die Hauptkriminalitätsabteilung der RCMP die Untersuchung ein, um festzustellen, ob eine Kollision oder ein kriminelles Verhalten vorlag. Maj Gregory Clarke vom Gemeinsamen Koordinationszentrum für Rettungskoordination erklärte, dass Menschen bis zu zehn Stunden überleben konnten, wenn sie eine Schwimmvorrichtung trugen, jedoch die kalten Gewässer und starken Strömungen die Überlebensrate drastisch senkten. Er betonte, dass es keine Anzeichen für eine Notlage gab, wenn etwas geschah.
Die Suchtrupps durchsuchten das vermutete Gebiet stundenlang. Ein Luftfahrzeug flog über sieben Stunden in einem Raster über das Suchgebiet. Dorothy Stauffer und Brian Angus sahen am Sonntag im Bereich des Geschehens Personen im Wasser. Stauffer, die im Flugdienst ausgebildet war, berichtete, dass die Gruppe schwach und hypotherm wirkte. Eine Person hatte keine Kleidung über der Taille. Es dauerte fast zwanzig Minuten, bis die Überlebenden das kleine Boot erreichen konnten. Angus, ein pensionierter Pilot, reflektierte über die Situation: „Die Frage, die man sich bei jedem Vorfall stellt, ist: Konnten wir etwas anderes tun? Und wir glaubten nicht, dass wir es hätten tun können.”