Der ehemalige Premierminister Ousmane Sonko, der am Freitag vom Präsidenten Bassirou Diomaye Faye entlassen wurde, wurde zum Sprecher des nationalen Parlaments gewählt. Diese Entscheidung schuf eine potenzielle Quelle für Konflikte an der Spitze der senegalesischen Politik. Die aktuelle Krise in Westafrika folgte auf Monate der Spannung zwischen Sonko und seinem ehemaligen Verbündeten, dem Präsidenten Faye.
Der vorherige Sprecher des Parlaments trat am Sonntag zurück, um Platz für den ehemaligen Premierminister zu machen. Sonko war eine populäre Figur, und seine Partei Pastef besaß die Mehrheit der Sitze in der Nationalversammlung. Am Montag ernannte Faye den Ökonomen Ahmadou Al Aminou Lo zum Nachfolger von Sonko als Premierminister.
Die Beziehungen zwischen dem Präsidenten und seinem nunmehr ehemaligen Premierminister verschlechterten sich über Monate hinweg. Sonko kritisierte Faye offen für seine Handhabung der Schuldenprobleme des Landes. Sonko erklärte daraufhin, dass das Wichtigste die Beziehung zwischen Moral und Politik sei. Er versprach, seine neue Position nicht zu nutzen, um gegen irgendjemanden zu kämpfen, sondern sicherzustellen, dass das Parlament im besten Interesse der senegalesischen Bürger handelte.
Dennoch betonte Sonko, dass seine Entlassung als Premierminister nicht das Ende seiner politischen Laufbahn bedeutete. Seine neue Rolle als Sprecher, die zweithöchste politische Position im Land, konnte die Fähigkeit des Präsidenten Faye, seine Politik durchzusetzen, einschränken, wenn er keine parlamentarische Unterstützung für seine Maßnahmen gewann. Analysten bemerkten, dass der Präsident das Parlament erst mindestens zwei Jahre nach der letzten Wahl auflösen konnte, was bedeutete, dass jegliche Versuche, die Mandate der Gesetzgeber vor November dieses Jahres vorzeitig zu beenden, als ungültig betrachtet wurden.
Der Riss zwischen Faye und Sonko erhöhte die Unsicherheit über die politische Zukunft des schuldenbelasteten Landes, welches nicht ungewöhnlich mit Machtkämpfen verbunden war. Der 51-jährige ehemalige Premierminister verfügte über massive Unterstützung im ganzen Land, insbesondere unter jungen Menschen und innerhalb seiner Partei Pastef. Er erklärte, dass Pastef offen für eine verantwortungsvolle Diskussion sei, die Egos beiseitelegte, um die Amtszeit unter den bestmöglichen Bedingungen abzuschließen. Sonko räumte ein, dass es mit Faye „bestimmte Meinungsverschiedenheiten“ hinsichtlich der Geld- und Schuldenfragen gab.