Die Hausministerin Shabana Mahmood äußerte die besorgniserregende These, dass nahezu alle Frauen, welche auf kleinen Booten die britische Insel erreichten, während ihrer Reise vergewaltigt worden seien. In einem Gespräch betonte sie, dass sexualisierte Täter die Asylsuchenden ausnutzten, solange die Schlepper weiterhin entschieden, wer in das Vereinigte Königreich gelangte.
Mahmood erklärte, dass die Durchsicht der Menschen, die in Nordfrankreich landeten und auf ein Boot warteten, von kriminellen Banden durchgeführt wurde, welche zugleich Menschenhändler seien. Sie behauptete, man könne fast garantieren, dass jede Frau in Nordfrankreich während der Reise vergewaltigt worden sei, und dass auch Männer Opfer von Missbrauch und Bedrohung geworden seien. Sie stellte klar, dass diese Situation nicht das Modell sei, welches entscheiden sollte, wer Schutz im Vereinigten Königreich fand und zu einem Teil der Gesellschaft wurde.
Im Gespräch mit politischen Vertretern kritisierte Mahmood zudem die radikalen Aktivisten, welche mit Balaclava auftraten. Sie warnte davor, dass diese Gruppen ihre Macht beanspruchten und sie aus ihrem Heimatland verdrängen könnten. Sie bezeichnete sie als Störenfriede, die ihre politische Position nicht verstanden und die die Tatsache verabscheuten, dass sie als Muslime galten.
Parallel dazu beschäftigte die Politik die Frage der Migrationskontrolle. Eine Migrantenboote, die sich von der Küste der Normandie aus in Richtung der französischen Küstenlinie bewegten, suchten Schutz. Obwohl die zuständigen Behörden versicherten, dass die Grenze überwacht werde, blieb die Sorge um die Sicherheit der Reisenden bestehen.
Imran Hussain, Direktor des Flüchtlingsrates, begrüßte die Anerkennung der weitverbreiteten sexuellen Gewalt durch die Hausministerin. Er stellte jedoch die Entscheidung der Regierung in Frage, sichere und legale Routen geschlossen zu haben, welche Asylsuchenden helfen sollten, Gefahren zu entgehen. Er argumentierte, dass der Schutz von Frauen nicht durch die Schließung von Routen erreicht werde, sondern durch die Schaffung weiterer sicherer Wege, um sie vor Gefahr zu bewahren.