Prokuroren in Spanien verzeichneten seit dem Masseneinstrom von Migranten nach Ceuta eine exponentielle Zunahme sexueller Übergriffe. Seit dem Ende des Juli wurden insgesamt 23 Fälle registriert, darunter neun Übergriffe gegen Kinder. Chief Prosecutor Silvia Rojas erklärte, dass diese Zahl nahezu einen Fall pro Tag bedeutete. Sie betonte, dass die Migrantinnen aufgrund ihres irregulären Status im Territorium besonders anfällig für Gewalt waren.
Zwischen dem 30. und 31. Juli überquerten mindestens 72.000 Migranten aus Marokko nach Ceuta. Obwohl die Mehrheit der Personen zurückkehrte, blieben etwa 5.000 Migranten im autonomen Gebiet. Diese Situation verursachte Unruhen in der nordafrikanischen Stadt und stellte eine erhebliche Belastung für den spanischen Premierminister Pedro Sánchez dar. Laut Rojas betonte die Verflechtung der Krise, dass viele Opfer keine Anzeige erstatteten, aus Angst vor ihrer „aktuellen Lage in Ceuta“.
Die spanische Gesellschaft für Epidemiologie hob hervor, dass die Grenzkrise die Schwierigkeit zur Erkennung und Bekämpfung von Gewalt gegen weibliche und minderjährige Migranten verdeutlichte. Wirtschaftsminister Carlos Cuerpo genehmigte ein mehr Millionen Euro umfassendes Hilfspaket des Kabinetts, welches zur Bereitstellung essentieller Dienste und zur Versorgung von unbegleiteten Kindern diente. Gleichzeitig rief der konservative Bürgermeister Juan Jesús Vivas die Spanier auf, an Demonstrationen auf dem Festland teilzunehmen, um Ceuta zu unterstützen.
Die spanische Regierung sah sich heftiger Kritik von ihren politischen Gegnern ausgesetzt, die die Handhabung der Krise verurteilten. Die Partei Vox kritisierte, dass Sánchez die Kontrolle über Ceuta „abgegeben“ habe. Die Präsidentin der Ceuta-Arbeitgeberkonföderation Arantxa Campos forderte die Abreise der Migranten, da die Regierung kein Plan besitze. Es bestand die Sorge, dass die Behörden nicht wussten, wann die Prüfung aller Personen abgeschlossen sei.
Sánchez versuchte, die Verantwortung für die Migrationswelle zu entlasten. Er betonte, dass keine Geheimdienstberichte eine Beteiligung der marokkanischen Behörden belegten. Stattdessen lenkte er den Fokus auf Desinformationen in den sozialen Medien, die mit Russland und Israel in Verbindung standen und eine internationale Rechtsextremistische Bewegung darstellten. Die Regierungspresseführung Elma Saiz bestätigte diese Behauptung, indem sie Beweise vorführte, dass verschiedene digitale Foren darauf abzielten, Europa zu spalten und zu polarisieren.
Die diplomatischen Spannungen nahmen zu, da Marokko einen langjährigen Anspruch auf Ceuta und Melilla geltend machte. Premierminister Sánchez erklärte, dass König Felipe VI Ceuta „sobald die Bedingungen es erlaubten“ besuchen würde, was als Versuch zur Festigung der spanischen Autorität galt. Diese diplomatischen Manöver verstärkten die anhaltende Krise und die Unsicherheit in der Region.