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Wirtschaft

Shein-Aktien stürzten beim Börsendebut

Der globale Fast-Fashion-Riese sah sich nach dem Hong Kong-Eintritt mit erheblichem Wertverlust konfrontiert

Die Aktien des Fast-Fashion-Giganten Shein stürzten bei ihrem lang ersehnten Börsendebut am Dienstag. Das Unternehmen listete in Hongkong, nachdem es lange nach einem Weg zur öffentlichen Verquickung gesucht hatte. Dieses Debüt erfolgte nach gescheiterten Versuchen, an den US- und britischen Märkten gelistet zu werden, da Bedenken hinsichtlich der Arbeitspraktiken und der ökologischen Auswirkungen des Unternehmens geäußert wurden.

Shein genoss große Popularität, insbesondere unter jüngeren Konsumenten, dank seiner Fähigkeit, die neuesten Modetrends zu extrem niedrigen Preisen über ein umfangreiches Netzwerk von Fabriken in China zu beschaffen. Der Chef-Finanzbeauftragte Leigh Gui erklärte bei der Zeremonie zur Listung, dass das Geschäftsmodell des Unternehmens – das den Verkauf großer Mengen kleiner Bestellungen mit schnellen Zahlungsoptionen umfasste – nun etwa 160 Märkte weltweit erreichte. Er bat die globalen Konsumenten, den Klang der Mode zu genießen.

Am Montag preiste Shein seine Aktien mit 48,56 Hong Kong Dollar pro Stück und sammelte damit 13,6 Milliarden Hong Kong Dollar (etwa 1,7 Milliarden US-Dollar) aus der Listung ein. Dies verlieh dem Unternehmen eine Marktbewertung von 26,3 Milliarden US-Dollar. Dennoch fielen die Aktien zu Beginn des Handels um bis zu zehn Prozent, bevor die Verluste nachließen. Die Kurse sanken bis zum Mittag auf knapp unter 47 Hong Kong Dollar pro Aktie.

Das enttäuschende Debüt signalisierte dem Markt, dass die Investoren nicht davon überzeugt waren, dass Sheins Wachstum eine nachhaltige Erholung bewirken konnte. Charu Chanana, Chef-Investitionsstratege der Investmentbank Saxo, äußerte sich skeptisch. Shein sah sich höheren Kosten, strengerer Regulierung und intensiverem Wettbewerb gegenüber, während Investoren zunehmend Technologieunternehmen bevorzugten. Zudem wurde die Sorge geäußert, dass die niedrigen Preise des Unternehmens nicht länger aufrechterhalten werden konnten, was höhere Preise nach sich ziehen könnte.

Die Listung markierte die größte neue Aktienemission in Hongkong in diesem Jahr und diente als Test für die Bereitschaft der Investoren für die Fast-Fashion-Branche. Analysten bemerkten, dass die Aktien von Wettbewerbern wie Asos und Boohoo in jüngster Zeit unter Druck gerieten, da sie mit regulatorischer Überprüfung und heftigem Wettbewerb konfrontiert waren. Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit und ethischer Fragen erhöhten die Komplexität der Aktienemission.

Die lange Reise Sheins zum Börsenhandel verdeutlichte den geopolitischen Druck und die regulatorische Kontrolle, denen chinesische Unternehmen mit globalen Ambitionen ausgesetzt waren. Die Firma suchte eine Möglichkeit, ihr globales Profil zu stärken und westliche Finanzierung zu erschließen, doch sie sah sich Widerständen von US-Gesetzgebern gegenüber, die Bedenken hinsichtlich erzwungener Arbeitsleistung in den chinesischen Fabriken äußerten. Hongkong erwies sich als der realistischste Weg für chinesische Firmen, die von westlichen Börsen ausgeschlossen waren.

Zudem beeinflussten Handelsspannungen und regulatorische Bedenken die Lage. Nach dem Verbot einer Importzollbefreiung für kleine Pakete durch die USA und der Einführung von EU-Steuern auf geringwertige Importe, geriet Shein unter Druck. Die Konkurrenz, wie beispielsweise Temu, erlebte ebenfalls einen Rückgang ihrer Quartalsumsätze. Experten bemerkten, dass Shein nicht länger ein einzigartiger Akteur sei, und das Unternehmen müsse Wege finden, sich von den Wettbewerbern abzuheben. Dennoch sahen einige Analysten weiterhin ein starkes Potenzial, wobei die Fähigkeit des Unternehmens, die Herausforderungen der Lieferketten und der Regulierung zu meistern, entscheidend blieb.

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