Shein verzeichnete einen Verlust von 99 Millionen Dollar in den ersten drei Monaten des Jahres. Dieser Rückgang resultierte aus einer Verlangsamung der Verkaufszahlen, welche auf die Entfernung einer Importzollbefreiung für kleine Sendungen durch den US-Präsidenten Donald Trump zurückzuführen war. Die Unsicherheit bezüglich der gegenseitigen Zollstreitigkeiten zwischen den Vereinigten Staaten und China verstärkte die Marktlage zusätzlich.
Der Fast-Fashion-Gigant, dessen Hauptsitz in Singapur lag, meldete einen Verlust von 99 Millionen Dollar (74,1 Millionen Pfund). Dies stand im Kontrast zu einem Jahresgewinn von 395 Millionen Dollar aus dem Vorjahr. Das Unternehmen verfolgte als Reaktion auf die erhöhten Abgaben und Steuern eine Reihe von Optionen, darunter die Erhöhung der Preise auf dem US-Markt, um einen Teil der gestiegenen Kosten auszugleichen.
Zudem beeinflusste der Krieg in Iran die Nachfrage, erhöhte die Kosten und verursachte Verzögerungen bei Lieferungen in einigen Märkten. Die Quartalszahlen spiegelten teilweise auch einen Buchverlust von 328 Millionen Dollar wider, welcher durch eine Bilanzanpassung für spezielle Investorenanteile entstand. Diese Anteile konnten später in reguläre Aktien umgewandelt werden, und ihr Wert änderte sich vor dem Börsengang.
Dennoch zeigte die Unternehmensstatistik eine positive Entwicklung bei der Kundenbasis. Bis zum Ende des März 2026 verfügte Shein über 281 Millionen aktive Kunden, was einem Anstieg von über 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprach. Diese Kunden bestellten insgesamt mehr als eine Milliarde Bestellungen.
Die Zulassung der China Securities Regulatory Commission (CSRC) für einen Aktienverkauf in Hongkong erfolgte am 10. Juli, nachdem Versuche, an den Börsen in New York und London gelistet zu werden, gescheitert waren. Der Börsengang in Hongkong erwartete sich in den kommenden Monaten. Die jüngsten Entwicklungen zeigten die Auswirkungen einer vom Trump-signierten Regierungsanordnung, welche eine globale Zollbefreiung beendete, auf den US-Markt. Diese Anordnung betraf die Befreiung für Waren, die unter 800 Dollar bewertet wurden, welche zuvor US-Konsumenten zur Anschaffung günstiger Produkte von Online-Plattformen wie Shein und Temu nutzten.
Die Entfernung dieser Befreiung hatte einen negativen Einfluss auf die Verkaufszahlen in den Vereinigten Staaten und auf das allgemeine Wachstum der Nettoeinnahmen. Die Europäische Union hatte zuvor im Juli eine Abgabe von drei Euro auf Importe von geringwertigem E-Commerce verhängt, um den unfairen Wettbewerb aus China einzudämmen.