Eine Reihe katastrophaler Sicherheitsversäumnisse offenbarte das Detentionsnetzwerk für Asylsuchende in Australien. Ein Unternehmen, das die Überwachung der Einreisezentren übernahm, ermöglichte die Flucht hochriskanter Personen, verursachte Verletzungen bei unzureichend ausgebildetem Personal und löste zahlreiche Untersuchungen aus. Diese Vorfälle zeigten, dass das auf minimalistische Personalstrukturen ausgelegte Modell sowohl die Gefangenen als auch die Beschäftigten ernsthaft gefährdete.
Die Berichterstattung enthüllte, dass das Unternehmen, das die Zuständigkeit für die onshore Detentionszentren übernahm, erhebliche Mängel aufwies. Interne Dokumente und Gespräche mit Mitarbeitern und Behörden belegten, dass die Versorgung der Gefangenen mangelhaft war. Schwer kranke Personen verpassten medizinische Termine, da das Unternehmen nicht über das Personal verfügte, um sie zu den Gesundheitszentren zu begleiten. Zudem wurden Mitarbeiter nach dem Versuch, einen unbewussten Gefangenen aus einem Brand zu retten, mit Rauchvergiftungen in die Klinik eingeliefert. Die Ermittler fanden heraus, dass das Unternehmen den Mitarbeitern keine grundlegende Atemausrüstung oder Feuerlöschschulungen sechs Monate nach Übernahme der Zentren bereitgestellt hatte.
In den vierzehn Monaten, in denen das Unternehmen die Systemleitung innehatte, erfolgten über zwölf Fluchten oder Fluchtversuche. Viele dieser Ereignisse fanden während Transport- und Begleitoperationen zu Krankenhäusern, Flughäfen oder anderen Detentionszentren statt. Ein hochriskanter Täter, der als Straftäter für sexuellen Missbrauch von Kindern eingestuft wurde, entkam während einer Begleitung zum Bankstown-Krankenhaus in Sydney, obwohl er in Hand gefesselt und unter strenger Beobachtung war.
systematische Mängel in der Risikobewertung, die das Unternehmen zur Klassifizierung der Gefangenen verwendete, führten dazu, dass die zuständige Arbeitsaufsichtsbehörde warnte, dass das System die Mitarbeiter ernsthaft Gewalt aussetzte. Die Aufsichtsbehörde initiierte ein spezielles Inspektionsprogramm, um die Detentionssituation zu prüfen, da sie zahlreiche Berichte über schwere Verletzungen und Todesfälle von Gefangenen sowie über Gewaltakte unter den Gefangenen erhielt. Die Behörde stellte später einen verurteilenden Bericht zur Verfügung, der feststellte, dass das Unternehmen gegen Arbeitsschutzgesetze an mindestens einem Zentrum verstieß und die Behörde versäumt hatte, die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter und anderer Personen zu gewährleisten.
Die Regierung verhängte bereits Geldstrafen gegen das Unternehmen für Leistungsausfälle. Dennoch blieb die Möglichkeit, das Unternehmen aus den Zentren zu entfernen, aufgrund knapper Haushaltsmittel und begrenzter Ersatzmöglichkeiten gering. Eine andere Option, das Unternehmen Serco, bot zwar an, erforderte jedoch Monate, um Personal neu zu schulen und einzustellen. Eine interne Quelle beschrieb die Lage als ein „sinkendes Schiff“, das nicht mehr gerettet werden konnte, und betonte, dass die systemische Inkompetenz zu zahlreichen Todesfällen führte.
Die Sicherheitslücken manifestierten sich auch in den Unterbringungsbedingungen. Gefangene berichteten von sich verschlechternden Zuständen in den Zentren. In Villawood schliefen einige Personen auf dem Boden in Gemeinschaftsräumen, nachdem ein Insasse einen Brand entfacht hatte, der mehrere Räume beschädigte. Die Unterbesetzung erhöhte das Risiko für die Gefangenen, was zu Berichten über mögliche Mordfälle führte. Trotz der Bemühungen der Behörden und der guten Arbeit einiger Mitarbeiter erreichten die Moral der Beschäftigten kritische Tiefpunkte. Die Behörde erkannte an, dass die Dauer der Vertragsbeziehung eine Lösung nicht brachte, da die Kosten für den Ersatz des Unternehmens zu hoch waren.