Der südkoreanische Halbleiterhersteller SK Hynix setzte den Preis für seinen Börsengang in den Vereinigten Staaten fest. Das Unternehmen strebte bei diesem Vorhaben die Erzielung von 26,5 Milliarden Dollar an Kapital an, indem es den Aufschwung der künstlichen Intelligenz ausnutzte. SK Hynix plante, im Laufe des Tages etwa achtzehn Millionen Aktien an der Technologie-lastigen Nasdaq-Börse zu emittieren.
Als Lieferant fortschrittlicher Speicherchips für den Industrieriesen Nvidia erlebte SK Hynix dank des globalen Wettlaufs beim Aufbau von Rechenzentren für künstliche Intelligenz einen massiven Gewinn. Die Aktien des Unternehmens stiegen im Laufe des Jahres Seoul über 220 Prozent. Gleichzeitig herrschte in den Technologieaktien Unsicherheit aufgrund von Sorgen bezüglich überhöhter Bewertungen und der Frage, wann die globalen Ausgaben für künstliche Intelligenz Erträge bringen würden.
Der Börsengang am Freitag erregte erhebliches Interesse und wurde laut US-Medien mehr als siebenmal überzeichnet. Die gesammelten Mittel übertrafen den Rekord von 75 Milliarden Dollar, den SpaceX bei seinem Börsengang im Vorjahr erzielte. Dennoch übertraf die Summe den Debut von Saudi Aramco im Jahr 2019 und den Erlös von Alibaba bei seinem Börsengang in New York.
SK Hynix listete die Aktien über sogenannte amerikanische Depotaktien (ADS) an, welche die Handelbarkeit von Anteilen ausländischer Unternehmen an den US-Börsen ermöglichten. Das Unternehmen setzte 177,9 Millionen Depotaktien fest, wobei jede ein Zehntel einer regulären Aktie darstellte und zu einem anfänglichen Angebotspreis von 149,00 Dollar pro ADS angeboten wurde. Die Emission wurde von BofA Securities, Citigroup Global Markets, Goldman Sachs (Asien) und JP Morgan Securities geleitet.
Das Unternehmen nutzte die Erlöse aus dem Börsengang, um den Bau des ersten Fertigungszentrums in einem neuen Halbleitercluster in Yongin nahe Seoul sowie die Errichtung einer fortschrittlichen Verpackungsanlage in Cheongju zu finanzieren. SK Hynix beteiligte sich zudem an einer massiven öffentlich-privaten Investition von 800 Billionen Won zum Aufbau eines neuen Chip-Hubs in Südwestkorea. Der KI-Chip-Boom führte zudem zu Debatten über die Besteuerungsgewinne und die Forderungen der Arbeitnehmer nach Gehaltspaketen, wobei Samsung durch eine Einigung über Boni eine Streik abwenden konnte.