Neue historische Recherchen zeigten, dass der Sklavenhandel tief in das Finanzsystem Großbritanniens eingebettet war. Die Bank von England und das britische Finanzwesen waren über Jahrhunderte hinweg maßgeblich an der Versklavung und dem transatlantischen Handel von Millionen afrikanischer Menschen beteiligt. Die Forschungsergebnisse des Registers der britischen Sklavenhändler enthüllten eine weitaus größere Beteiligung des Finanzsystems an der Versklavung, als bisher angenommen oder anerkannt wurde.
Historiker fanden heraus, dass zahlreiche Finanzierer, die an der Gründung der Bank von England beteiligt waren, auch bedeutende Investoren im transatlantischen Handel versklavter Afrikaner waren. Dr. Michael Bennett, der umfangreiche Forschung zur historischen Beteiligung der Bank an der Versklavung durchführte, stellte fest, dass vier der zwanzig Vierundzwanzig Direktoren Investoren im Handel versklavter Afrikaner waren. Weitere zwanzig waren über das folgende Jahrhundert an der Threadneedle Street tätig. Christopher Puller, ein weiterer Direktor, war ein Waffenlieferant für den Sklavenhandel und Mitbesitzer einer Reise, die versklavte Menschen von Gambia nach Jamaika transportierte.
Bennett untersuchte zudem die Gründungsabonnenten der Bank von England und fand heraus, dass mindestens dreißig Personen in den transatlantischen Handel versklavter Afrikaner investierten. Unter diesen standen König Wilhelm III. und Königin Mary II., welche Anteile an der Royal African Company hielten. Es wurde deutlich, dass Reichtum, der aus dem Sklavenhandel generiert wurde, Teil des Anfangskapitals der Bank bildete. Diese Institutionen, wie Banken und Versicherungen, lieferten die Finanzdienstleistungen, welche die transatlantische Sklaverei unterstützten und daraus großen Reichtum schöpften.
Das Register lieferte archetypische Beispiele für Direktoren der Bank von England, wie John Rudge, der zwischen 1699 und 1740 Direktor und zwischen 1713 und 1715 Gouverneur war. Die Ergebnisse des Registers verstärkten die Forschung zur Vererbung der britischen Sklaverei, welche die Eigentümer versklavter Menschen und Plantagen dokumentierte. Diese Forschung ergab, dass sechzehn ehemalige Gouverneure der Bank von England und sechsundzwanzig Direktoren ein finanzielles Interesse an der Eigentümerschaft versklavter Menschen und Plantagen vor der Abschaffung der Sklaverei im Jahr 1833 besaßen.
Die Bank selbst und das Finanzministerium waren zentral an der Entschädigung von Versklavern durch die Abschaffungsgesetze beteiligt. Es wurde eine Entschädigung von zwanzig Millionen Pfund gezahlt. Das Finanzministerium erkannte jedoch keine Verantwortung für die jahrhundertelange Versklavung an und diskutierte keine Wiedergutmachung. Diese Haltung stand im Gegensatz zu den Forderungen, die durch Proteste wie Black Lives Matter ausgelöst wurden. Bennett fand zudem heraus, dass die Bank von England fünfhundertneunundneunzig Versklavte auf zwei Plantagen besaß. Die Bank erkannte die historische Beteiligung und entschuldigte sich für die Verwicklungen ihrer früheren Direktoren und Gouverneure.