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Politik

Soldaten empfanden Entlassung des Verteidigungsministers als Affront

Nach dem Entzug von Mykhailo Fedorov aus dem Verteidigungsministerium wüteten ukrainische Soldaten und Veteranen.

Viele ukrainische Soldaten empfanden die Entfernung des Verteidigungsministers als einen Affront. Die Truppen berichteten über die Entscheidung des Präsidenten Selenskyj, den erfolgreichen jungen Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov aus seiner Kabinettsreform zu entfernen. Ein Soldat, der sich anonym identifizieren wollte, äußerte seine Verärgerung und betonte, dass seine Kämpfe somit umsonst gewesen seien.

Die Entscheidung des Präsidenten führte zu Verwirrung und Wut unter den Streitkräften. Ein Soldat bezeichnete die Maßnahme als einen „offensichtlichen Schlag ins Gesicht für alle Dienstleistenden“ und äußerte die Frustration über die politische Entwicklung. Trotz der Proteste, die über die Ukraine ausbrachen, bezweifelte dieser Soldat, dass die öffentliche Empörung etwas verändern würde, da eine Diktatur bereits voranschreite.

Die Soldaten äußerten jedoch gleichzeitig Anerkennung für die Leistungen Fedorows. Er wurde als die zentrale Figur identifiziert, die Innovationen im Militär vorantrieb und die Rolle von Drohnen und modernen Technologien auf ein Niveau hob, das es der Ukraine ermöglichte, den Krieg gegen ihren größeren Feind zu wenden. Fedorov entwickelte beispielsweise das Programm „Army of Drones: Bonus“, welches die Punktevergabe für den Tod russischer Soldaten oder die Zerstörung von Ausrüstung vorsah. Dieses Schema beschleunigte die Beschaffung und förderte die Innovation.

Innerhalb der Armee existierte jedoch ein Konflikt zwischen der Innovationsrichtung Fedorows und der alten militärischen Führung. Generalleutnant Oleksandr Syrskyi, der Kommandierender-in-Chef der Streitkräfte, galt als Vertreter einer veralteten Kampfweise, die wenig Wert auf menschliches Leben legte. Viele Soldaten empfanden Syrskyi als „den Barbier“ und bezeichneten ihn als „General 200“, eine abwertende Bezeichnung für ein sowjetisches Kriegsreglement. Es bestand die Ansicht, dass Syrskyi keine Autorität oder den Respekt der Truppen besaß.

Die Trennung zwischen Fedorov und Syrskyi war offensichtlich, als Präsident Selenskyj seine Entscheidung traf. Fedorov hatte durch seine Arbeit die militärische Struktur in die digitale Welt gezogen und er vollbrachte auch wichtige Schritte, wie die Blockade des russischen Zugangs zu Starlink-Internetdiensten durch Elon Musk. Experten befürchteten, dass Fedorows ambitioniertes Reformprogramm abrupt gestoppt würde. Die Abwesenheit des Ministers sorgte für die Sorge, dass die Fortschritte in der Technologie und Effizienz in der Verteidigungsministeriums stagnieren würden.

Die Krise spiegelte auch die Kritik an der Führung wider. Kritiker sahen in der Entlassung Fedorows ein Signal, dass der Präsident Selenskyj nicht nur effektive oder beliebte Funktionäre in seinem Team akzeptierte. Dies verstärkte die Anschuldigungen gegen den Präsidenten, der zunehmend autoritäres Verhalten zeigte und Menschen, die ihn nicht bewunderten, ausschloss. Die Unsicherheit über die Zukunft der Verteidigungsstrategie verstärkte die Befürchtung, dass die Ukraine in einer kritischen Phase des Krieges anfälliger wurde.

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