Ein schwacher indischer Aktivist verlor während seines Hungerstreiks in Delhi acht Komma zwei Kilogramm. Sonam Wangchuk, der seit sechzehn Tagen einen Proteststreik führte, berichtete der BBC über seinen Zustand. Wangchuk erklärte, er sei zwar äußerlich geschwächt, doch innerlich stark. Laut dem jüngsten Gesundheitsbericht sank sein Blutzucker auf 67, sein Blutdruck lag bei 107 auf 70, und seine körperliche Verfassung verschlechterte sich. Diese Entwicklung löste bei seinen Unterstützern große Besorgnis aus, welche ihn aufriefen, den Fast abzubrechen.
Der Protest fand am Jantar Mantar statt, einem astronomischen Observatorium und dem bekanntesten Versammlungsort der Hauptstadt. Die Bewegung wurde von der satirischen Online-Gruppe Cockroach Janta Party (CJP) initiiert, welche Bildungshervorhebungen in Indien forderte. Die unmittelbare Forderung der CJP richtete sich gegen den Bildungsminister Dharmendra Pradhan, nachdem eine wichtige Zulassungsprüfung für Medizinstudenten im Mai aufgrund eines Dokumentenlecks abgesagt worden war. Die Demonstranten verlangten, dass Pradhan die moralische Verantwortung für das Leck übernahm und zurücktrat.
Pradhan lehnte den Rücktritt ab und bezeichnete die externen CJP-Mitglieder als „das B-Team disruptiver Elemente“, die „kein Vertrauen in den Fortschritt des Landes“ besaßen. Wangchuk, Ingenieur, Bildungsexperte und Klimaaktivist aus Ladakh, begann am 29. Juni mit dem unbestimmten Hungerstreik. Er sah sich als Anhänger Mahatma Gandhis und nutzte den Streik, um das Bewusstsein der Regierung zu schärfen. Wangchuk entwickelte zudem die „Eis-Stupa“, eine künstliche kegelförmige Gletscherstruktur, die Wasser im Winter speicherte und es im späten Frühling freigab, wenn die Landwirte es am dringendsten benötigten.
Die gesundheitliche Belastung wurde deutlich. Dipke, ein Organisator der CJP, berichtete, dass Wangchuk Schwierigkeiten hatte, aufzustehen oder zu sitzen, und er litt unter starker Schwindelgefährdung. Ärzte hatten Wangchuk geraten, den Streik zu beenden, da ernste Bedenken hinsichtlich seiner Gesundheit bestanden. Trotzdem blieb Wangchuk entschlossen und erklärte, er würde nicht aufhören, bis die Regierung Rechenschaftspflicht im Bildungssystem herstellte.
Viele Unterstützer äußerten ihre Sorge. Animesh Sahu, ein Ingenieur aus Hyderabad, drückte seine Besorgnis aus und forderte die Regierung auf, auf Wangchuk aufzupassen. Ein Landwirt beschrieb Wangchuk als „einen Diamanten“, der sein Leben für die jüngere Generation opfern wollte. Die Bildungsexpertin Prof. Nandita Narain appellierte an Wangchuk, den Fast zu beenden, da sein Leben in Gefahr sei. Die Demonstranten kündigten zudem an, am 20. Juli in den Parlamentssitzung zu marschieren, da die Regierung keine Dialogbereitschaft zeigte.