Soziale Medienplattformen versuchten, Gewalt und Randinhalte zu monetarisieren. Die eSafety-Prüferin stellte der Kommission für Antisemitismus dar, dass die Plattformen aktiv gegen die Regulierung kämpften. Die australische eSafety-Beauftragte, Julie Inman Grant, wies den Untersuchungsausschuss auf X hin und forderte die Behörde auf, den milliardenschweren Eigentümer Elon Musk zu zwingen, die Verbreitung von Material einzuschränken. Dabei betonte sie, dass die Plattformen mehr Geld für den Widerstand gegen Regulierung ausgaben, als für den Schutz der Nutzer.
Die Prüferin erläuterte die Komplexität der Aufgaben, denen die Kommission begegnete, als sie versuchte, Websites – darunter Seiten zur Verherrlichung von Vergewaltigung und zur Anstiftung zum Selbstmord – zu entfernen. Sie berichtete auch über die Schwierigkeiten bei der Entfernung von Aufnahmen des Christchurch-Massakers. X widersprach den Forderungen bezüglich des Zugangs der Australier zu bestimmten Videos. Die eSafety kämpfte jedoch erfolgreich dafür, dass Aufnahmen des Bondi-Angriffs eine Klassifizierung „verweigert“ bekamen, was deren Verbreitung in Australien illegal machte.
Die Kommission untersuchte die Rolle sozialer Medien und traditioneller Medien im Kontext von Antisemitismus und Hassrede. Die eSafety-Beauftragte erklärte, dass Antisemitismus und Hassrede nicht explizit in ihrem Mandat zur Cyber-Abwehr enthalten waren, welche sich auf Cybermobbing, Belästigung und illegale Online-Inhalte bezog. Nur ein geringer Prozentsatz der Beschwerden zur Erwachsenen-Cyber-Belästigung erfüllte die hohen Schwellenwerte für Maßnahmen, was auf den Schutz der Meinungsfreiheit zurückzuführen war.
Dennoch betonte sie die kumulative Schädigung, die durch Online-Missbrauch entstand. Sie verglich die Befugnisse zur Bekämpfung der Erwachsenen-Cyber-Belästigung mit der Handhabung von Cybermobbingfällen und kritisierte das bestehende System. Sie argumentierte, dass die Verantwortung auf den Plattformen liegen müsse, möglicherweise durch die Einführung eines Codes gegen Online-Hass.
Die Polizei verschiedener Jurisdiktionen berichtete über ihre Zusammenarbeit mit der eSafety-Beauftragten. Es gab Verzögerungen bei der Fertigstellung von Verständnisverträgen. Die Vertreter des Jüdischen Rates Australiens beschrieben, wie progressive jüdische Menschen von einer „Kollision“ aus Neonazisten und Pro-Israel-Verfechtern angegriffen wurden. Es wurde deutlich, dass die Behörden zwar ihre besten Bemühungen leisteten, die Sicherheit der Betroffenen jedoch nicht gewährleisten konnten.