Der deutsche Politiker Jens Spahn trat als Gruppenleiter der Regierungskoalition zurück. Der Grund für den Rücktritt lag in einer Kontroverse um seine Nutzung einer Leihmutter in den Vereinigten Staaten. Spahn erklärte, dass seine persönliche Glückseligkeit und die Gründung einer Familie nicht mit seiner politischen Funktion vereinbar seien. Diese Entscheidung stieß auf die Zustimmung des CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz, welcher den Schritt als richtig und unvermeidlich bezeichnete. Merz betonte, dass Glaubwürdigkeit das höchste Gut in der Politik sei und begann mit der Suche nach einem Nachfolger für Spahn.
Die Kontroverse entzündete sich, weil Spahn eine Leihmutter im Ausland für die Geburt eines Kindes beanspruchte, obwohl die Fortpflanzung durch Leihmutterschaft in Deutschland verboten war. Spahn betonte, dass die Balance zwischen seiner privaten Entscheidung und den Erwartungen an ihn als Vorsitzender seiner Fraktion größer geworden sei. Er äußerte zudem, dass die zunehmende Intensität der öffentlichen Diskussion ihn zu tiefem Nachdenken veranlasst habe. Die Medien berichteten, dass Alexander Hoffmann, Leiter der christlich-sozialen Union, die Aufgaben von Spahn übernahm, bis ein Nachfolger bestimmt wurde.
Die Situation traf die CDU zu einem schwierigen Zeitpunkt. Friedrich Merz kämpfte in den Umfragen, und die Kontroverse gefährdete ihn vor wichtigen regionalen Wahlen im Herbst. In Sachsen-Anhalt drohte die rechtspopulistische AfD eine absolute Mehrheit zu erlangen, was die erste Zeit darstellte, in der eine rechtsextreme Partei eine Landesregierung führte. Ein Journalist bemerkte, dass Spahns Entscheidung die Erzählung bestätigte, die Randgruppen nutzten, um Stimmen zu gewinnen.
Im europäischen Kontext verhinderte die Situation keine Reaktion. Andere Staaten wie Frankreich, Spanien und Italien verboten die Leihmutterschaft oder regulierten sie streng. Frankreichs oberstes Gericht entschied kürzlich, dass Kinder, die im Ausland durch Leihmütter geboren wurden, als Kinder ihrer leiblichen Eltern anerkannt werden sollten. Italien hatte zudem 2024 das Abkommen über die Geburt von Kindern im Ausland durch Leihmutterschaft verboten, eine Politik, die von Giorgia Meloni verfolgt wurde.