Der spanische Premierminister Pedro Sánchez erklärte im Parlament, es gäbe keinerlei Beweise dafür, dass Marokko einen Massengrenzübergang in sein nordafrikanisches Gebiet Ceuta geplant oder ermöglicht hatte. Diese Aussage erfolgte im Anschluss an die Veröffentlichung eines Polizeiberichts, der behauptete, marokkanische Grenzsoldaten hätten etwa 70.000 Menschen in den späten Juli aktiv zum Grenzübertritt geholfen. Sánchez versicherte, dass weder die diplomatische Vertretung noch die Europäische Kommission noch irgendeine internationale Organisation der spanischen Regierung solide Beweise für die Planung oder Durchführung des Vorfalls geliefert hätten.
Der Premierminister verneinte ferner, dass die Regierung vor dem Massenübergang gewarnt worden sei, und betonte, dass keine Berichte den Umfang oder die Wahrscheinlichkeit dessen antizipiert hätten, was schließlich geschah. Sánchez verteidigte Marokko wiederholt während der Krise und hob die Kooperation Rabat bei der Rückführung der meisten Migranten in den Tagen nach dem Anstieg hervor. Er erklärte jedoch, dass Spanien den Botschafter Marokkos am 21. August rief, weil zwei Minister unakzeptante Äußerungen bezüglich Ceuta und Melilla getätigt hatten.
Obwohl Sánchez die direkte Beteiligung der marokkanischen Regierung für den Moment ausschloss, räumte er ein, dass marokkanische Kräfte den Grenzübergängen während einer entscheidenden zehnstündigen Periode am 30. Juli erlaubt hatten. Viele der Personen, die über die Grenze gingen, berichteten in Interviews, sie hätten aktiv dazu ermutigt worden. Marokkanische Beamte verneinten die Ermöglichung des Übertritts.
Die Flucht führte zu einer politischen Krise, einer humanitären Notlage und entfachte Spannungen innerhalb der Europäischen Union bezüglich der Migration. Etwa 141 Menschen starben bei der Versuche, Ceuta zu erreichen. Obwohl neunzig Prozent der Menschen innerhalb von 24 Stunden nach Marokko zurückkehrten, glaubte man, dass mehrere Tausend Personen, darunter mindestens 500 Minderjährige, auf der Straße oder in provisorischen Unterkünften verblieben.
Sánchez appellierte an die europäische Solidarität und wies auf die Notwendigkeit hin, dass Migranten nach spanischem, europäischem und internationalem Recht als Individuen behandelt wurden. Er betonte, dass Menschen nicht einfach von der Hand ergriffen und über die Grenze gezogen werden durften. Er sprach sich auch auf die zahlreichen hilflosen Minderjährigen an und bezeichnete sie als Kinder, nicht als Invasoren. Es war wahrscheinlich, dass die Regierung Investitionen in Einrichtungen in Ceuta tätigte, um die verbliebenen Migranten aufzunehmen, anstatt das politische Gegenwindrisiko in Spanien und Europa einzugehen.