Der spanische Premierminister Pedro Sánchez erklärte, es gäbe keine Beweise dafür, dass die marokkanische Regierung hinter der massiven Grenzüberschreitung nach Ceuta lastet. Sánchez wirft stattdessen Israel und Russland vor, Desinformation verbreitet zu haben. Die Flut von Menschen, die Ende Juli versuchten, das spanische Enklavegebiet zu betreten, führte zu einer politischen Krise, einer humanitären Notlage und entfachte Spannungen innerhalb der Europäischen Union bezüglich der Migration.
Es wurde geschätzt, dass etwa 141 Menschen starben, als sie versuchten, in die spanische Enklave einzudringen. Etwa 70.000 Männer, Frauen und Kinder strömten in die Region. Diese Situation entfachte eine erhebliche Krise und sorgte für eine Eskalation der Spannungen in der gesamten Region.
Sánchez dementierte Spekulationen, dass Rabat die Massenüberquerung als Zeichen seines Unmuts über die Annäherung Spaniens an Algerien inszeniert hatte. Er betonte, dass keine Informationen aus irgendeiner Geheimdienststelle den Einfluss marokkanischer Behörden belegten. Er betonte zudem, dass die Zusammenarbeit mit Marokko positiv sei und dass die Krise nur durch Kooperation gelöst werden könne, nicht durch mangelndes Vertrauen in Marokko, welches die bereits komplexe Lage in Ceuta verschärfen würde.
Der Premierminister behauptete, gefälschte Nachrichten seien auf sozialen Medien von Konten verbreitet worden, die mit Russland, Israel und der internationalen Rechtspartei verbunden waren. Er erklärte, dass die Ankunft der Migranten auf die Aktivitäten von „kriminellen Banden“ zurückzuführen sei, welche Desinformation nutzten, um fälschlicherweise behaupten zu lassen, dass eine richterliche Entscheidung des spanischen Obersten Gerichtshofs eine Rückführung von Schwimmern nach Marokko verbietet.
Obwohl der überwiegende Teil der Migranten Wochen zuvor zurück nach Marokko überquerte, blieben mindestens 1.500 Personen, darunter Minderjährige, auf den Straßen Ceutas. Ihre anhaltende Präsenz führte zu Zusammenstößen zwischen einigen Ceuta-Bewohnern und der Polizei. Einige der Migranten verloren ihre Besitztümer, als sie auf den Stränden unter freiem Himmel schliefen. Vier marokkanische Migranten wurden am Samstag verhaftet, als sie Steine gegen spanische Soldaten warfen.
Die konservative Volkspartei des spanischen Landes kritisierte die Regierung für das Versäumnis, die Bevölkerung Ceutas zu schützen. Der Parteivorsitzende erklärte, die Regierung habe nichts unternommen, um die Invasion am 30. Juli abzuwenden und nichts gegen die sich täglich verschlechternde öffentliche Ordnungskrise zu tun. Der Führer der rechten Partei Vox beschrieb die Ereignisse in Ceuta als eine Invasion und einen Krieg, den Marokko initiiert und durch Sánchez gestattet habe, da dieser sich Marokko unterordne.