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Politik

Spionage-Software gegen EU-Abgeordneten: Bericht enthüllte dunkle Verbindungen

Forscher identifizierten Muster, die auf eine koordinierte staatliche Operation hindeuteten

Ein neuer Bericht enthüllte, dass die Spionage-Software Pegasus wiederholt gegen einen Mitglied des Europäischen Parlaments eingesetzt wurde. Dies geschah während dieser Person eine Untersuchung der Missbräuche der Spionage-Software in Europa. Forscher der Citizen Lab an der Universität Toronto konnten die Angriffe gegen Stelios Kouloglou nicht einer bestimmten staatlichen Organisation des Pegasus-Systems zuordnen. Dennoch fanden sie heraus, dass der Angriff auf den griechischen ehemaligen Abgeordneten die Merkmale einer früheren Hacker-Kampagne gegen Exil-Journalisten aus Russland und Belarus in Europa aufwies.

Kouloglou, der auch Journalist war und 2024 das Parlament verließ, äußerte sich empört über die Situation. Er betonte, dass die ständige Überwachung seines Privatlebens durch unbefugte Akteure zu Wut führte. Er sah in der Angelegenheit ein großes Problem in Bezug auf Korruption, Gerechtigkeit und Demokratie.

Im Zentrum des Berichts stand die Arbeit Kouloglou für einen Sonderausschuss des Europäischen Parlaments namens Pega. Dieser Ausschuss bildete sich im März 2022 nach der Veröffentlichung des Pegasus-Projekts durch die Guardian und einer Medienkonsortium. Die Mission von Pega bestand darin, den Umfang der Nutzung der Spionage-Software im Verstoß gegen EU-Recht zu untersuchen.

Die Citizen Lab berichtete, dass das Mobiltelefon Kouloglou sieben Monate später, am 21. Oktober 2022, infiziert wurde. Dies geschah während einer besonders intensiven Phase der Beratungen und Untersuchungen des Ausschusses, einschließlich der Ausarbeitung des ersten Berichts. Die Hacker-Aktivität korrelierte mit Kouloglou’s Krankenhausaufenthalt für eine elektive Operation.

Das Gerät wurde erneut gehackt, so die Forscher, am 6. und 7. März 2023, als Pega intensiv an der endgültigen Ausarbeitung seines Berichts arbeitete und Kouloglou von Athen nach Brüssel reiste. Diese Enthüllungen markierten den ersten Fall, bei dem ein Mitglied des Pega-Ausschusses mit Spionage-Software ins Visier genommen wurde. Ein Seniorforscher der Citizen Lab bemerkte die Ironie: „Dieser Fall ist die ultimative Ironie der Spionagekrise Europas. Jemand in genau dem Ausschuss, der Pegasus untersuchte, wurde von ihm infiziert. Und was geschah seitdem? Das Parlament ignorierte die neuen europäischen Spionagemissbrauchsfälle.“

Die Forscher vermuteten, dass dieselbe Organisation, die Kouloglou angriff, auch sieben unabhängige Journalisten und Oppositionsaktivisten aus russisch- und breslauersprachigen Ländern in Europa ins Visier nahm. Sie identifizierten eine einzigartige Apple-ID-E-Mail, die auf dieselbe staatliche Organisation hindeutete. Diese Organisation besaß wahrscheinlich Lizenzen zur Tätigkeit in Belgien und Griechenland.

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