Der Exilführer Nathan Law, ein Dissident aus Hongkong, zeigte sich bei der Verurteilung von zwei Personen für die Hilfeleistung einer ausländischen Geheimdienststelle nicht überrascht. Law war sich bewusst, dass er ein Ziel war, und hatte stets Vorsichtsmaßnahmen getroffen, bevor und nachdem er an einer Debatte im Oxford Union im November 2023 teilnahm. Er betonte, dass keine öffentlichen Informationen über die Kompromittierung seiner Bewegungsfreiheit vorlagen. Diese Haltung spiegelt seine vorsichtige Strategie wider, die er zur Wahrung seiner Sicherheit anwendet.
Die Verurteilung von Chi Leung Wai und Chung Biu Yuen für die Unterstützung einer ausländischen Geheimdienstorganisation stellte einen ernsten Vorgang dar. Es handelte sich um die erste Verurteilung von chinesischen Spionen in der britischen Strafgeschichte. Law fand die Details des neunwöchigen Verfahrens bestätigend seine Vermutungen bezüglich der politischen Instrumentalisierung von Institutionen. Er sah darin eine Fortsetzung der Praxis, bei der nationale Sicherheitsgesetze zur Bestrafung von Meinungsverschiedenheiten mit der Regierung eingesetzt werden.
Ein zentraler Punkt der Verhandlung betraf den Zugang, den Wai als Beamter der britischen Grenzschutzbehörde und Freiwilliger der Polizei der Stadt London besaß. Law äußerte große Besorgnis darüber, dass dieser Zugang zu Systemen führte, die persönliche Daten enthielten. Er befürchtete, dass diese Datenbanken zur Suche nach Adressen oder anderen sensiblen persönlichen Informationen für ihn genutzt wurden. Dies verstärkte die Sorge um die Sicherheit von Personen, die als Ziel ausländischer Geheimoperationen gelten.
Zusätzlich wurden externe Bedrohungen gegen Dissidenten in Großbritannien thematisiert. Eine Nichtregierungsorganisation berichtete über die Offenlegung von Adressen von Hongkongern und über die Nutzung dieser Informationen durch anti-Einwanderungsaktivisten. Diese Aktivitäten führten zu Bedrohungen und zu Verdachtsfällen, was die Bereitschaft Chinas unterstreiche. Die britische Regierung hatte Pläne für eine neue chinesische Botschaft genehmigt, doch die Risiken für Dissidenten blieben bestehen.
Die Hongkonger Diaspora in Großbritannien empfindet zunehmende Angst und zensiert sich, um Repressalien zu vermeiden. Law betont, dass er keine Risiken eingeht und die Ergebnisse des Verfahrens seine vorsichtige Haltung nicht ändern. Er sieht in der aktuellen Lage eine ständige Notwendigkeit zur Wachsamkeit gegenüber den potenziellen Gefahren, die durch die nationale Sicherheitspolitik entstehen.