FaktenBlitz
RSS
Zurück zur Übersicht
Wissenschaft

Rekordwarnung: Starkes El Niño drohte globale Temperaturen zu erhöhen

Wissenschaftler äußerten Besorgnis über extreme Wetterereignisse und humanitäre Folgen

Neue Prognosen zeigten ein wachsendes Vertrauen, dass das sich entwickelnde El Niño im tropischen Pazifik eine der stärksten Ereignisse der Geschichte darstellen konnte. Warnungen vor rekordverdächtigen globalen Temperaturen und immensen humanitären Auswirkungen wurden ausgesprochen. Teile des Pazifiks erwärmten sich rasch, da Daten diese Woche Meerestemperaturen um 0,5 Grad über dem Normalwert zeigten – ein Schwellenwert, der den Beginn eines natürlichen Erwärmungsprozesses signalisierte.

Es wurde erwartet, dass dieses Phänomen in den kommenden Monaten an Stärke gewann und möglicherweise im Herbst als ein sehr starkes, sogenanntes Super-El Niño gipfelte. Wissenschaftler äußerten tiefe Besorgnis hinsichtlich der Konsequenzen für globale Wettermuster, insbesondere hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit, dass das Jahr 2027 das wärmste aufzeichnungen würde. Die Nationale Ozeanografische und Atmosphärische Verwaltung (NOAA) erhöhte das Vertrauen auf eine zwei-in-drei-Chance, dass das El Niño bis in den Winter stark oder sogar sehr stark werden würde.

Ein starkes El Niño definierte sich durch eine Temperaturerhöhung des Niño3.4-Index über 1,5 Grad. Prognosen des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersagen (ECMWF), der NOAA und des Bureau of Meteorology (BoM) stimmten sich in ihren Ergebnissen weitgehend ab. Die ECMWF-Prognosen deuteten darauf hin, dass über die Hälfte ihrer Modelle eine Temperaturerhöhung von über 2,5 Grad bis zum Herbst vorhersagten. Einige Daten deuteten sogar darauf hin, dass die Erwärmung die bekannte Höchsttemperatur von 2,7 Grad aus dem Jahr 1877 übersteigen könnte.

Die Folgen eines starken El Niño betrafen die globale Durchschnittstemperatur, welche typischerweise um 0,2 Grad anstieg. Liz Stephens, Professorin für Klimarisiko und Resilienz, bemerkte, dass man angesichts eines sehr starken Ereignisses wahrscheinlich mit Rekordtemperaturen im kommenden Jahr rechnen müsse. Neben direkten Wetterfolgen im Pazifik drohten Fluten in Peru und Ecuador, aber auch in Ostafrika, Zentralasien und südlichen Teilen Nordamerikas. Zudem unterdrückte das Phänomen die Atlantik-Tropenstürme, sodass die Hurrikan-Saison im Atlantik voraussichtlich ruhiger ausfiel.

Des Weiteren erhöhte das El Niño die Gefahr von Dürren und Waldbränden in Teilen Australiens, Indonesiens und Nordamerikas, was zu einem Rückgang der Landwirtschaft und der globalen Nahrungsmittelbestände führte. Die Verknappung von Düngemitteln durch die Schließung des Hormusstraßens verschärfte die Lage. Professorin Stephens betonte, dass eine Reduktion der Ernteerträge durch Dürre oder Überschwemmungen die Preise weiter in die Höhe trieb. Sie prognostizierte demnach potenziell enorme humanitäre Auswirkungen in diesem Jahr, insbesondere wenn die Krise im Nahen Osten andauerte.

KlimaEl NiñoWettervorhersageKlimawandel

Teilen

𝕏 Twitter WhatsApp